Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenMitarbeiter - Förderung

Sind Mitarbeiter zur Arbeit willig und fähig, dann sollte das Management sich nicht allzuviel einmengen. Hauptaugenmerk des Managements für diese Juwelen sollte deren Weiterentwicklung sein. Willige Mitarbeiter, denen allerdings die nötigen Kenntnisse fehlen, müssen ausgebildet werden. Hier ist das Management gefragt, deren Schwachstellen zu erkennen und sie mit Aus- oder Weiterbildung zu beseitigen.

Mitarbeiterförderung

Aber auch die Eigenverantwortung der Mitarbeiter ist bei der Aus- und Weiterbildung notwendig. Gerade wenn es in einem Fachgebiet eine Schwachstelle gibt, die nicht während der Arbeitszeit geschlossen werden kann, muß Eigeninitiative aufgewendet werden, um weiterzukommen.

Ein Akademiker z.B. hat es versäumt, sich mit dem PC anzufreunden. Viele Jahre weicht er PC Anwendungen aus und behindert sich dadurch in seiner Berufskarriere. Ein Abendkurs in der Volkshochschule hilft ihm wieder den Anschluß zu finden.

Wer fähig wäre, aber nicht motiviert ist, der muß wieder Sinn in der Arbeit sehen. Nicht immer wird eine Führungskraft in der Lage sein oder daran interessiert sein, diesen Sinn zu vermitteln. Auch hier kann man sich oft selbst helfen und auch selbst motivieren. Die langweiligste Arbeit kann - richtig verpackt - spannend werden, wenn man sie als Spielsituation aufbauen kann. Aber auch die Beschäftigung mit den Hintergründen einer Arbeit kann diese extrem interessant machen.

Manche Situationen sind für die Beteiligten sehr frustrierend. Wenn zum Beispiel nach einer Umstellung nichts mehr funktioniert. In solchen Fällen ist es hilfreich, eine Lernsituation daraus zu machen. Denn auch Erwachsene lernen gern, wenn sie genügend Freiraum und Zeit dabei haben. Auch hier kann man selbst dazu beitragen, eine schwierige Berufsphase mit der richtigen Einstellung zu überwinden.

Wer zur Arbeit nicht willig und auch nicht fähig ist, muß eine andere Arbeit suchen und finden. Oft ist es für alle Beteiligten am besten, wenn Führungskräfte klare Worte finden und die notwendige Entlassung aussprechen. Dadurch erhält der Betroffene die Chance, wieder glücklicher zu werden, die Firma hat Schaden abgewendet und die Kollegen atmen auf, weil sie die Belastung durch den unfähigen Mitarbeiter losgeworden sind.

Es mag in unserer Sozialgesellschaft hart sein, solche klaren Worte zu lesen, aber wer nicht darauf achtet, dass Firmen lebens- und konkurrenzfähig bleiben, macht sich mehr schuldig als der, der Unfähige und Unmotivierte wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt. Auch wenn die Folge eine längere Arbeitslosigkeit sein kann, so erhält der betroffene Mitarbeiter doch auch die Chance, sein Leben neu zu orientieren und auf einem anderen Gebiet mehr Erfolg zu haben.

Es macht nämlich keinen Spaß, unmotiviert und erfolglos jeden Tag in einer Firma aufzutauchen, in der man keinen Platz mehr hat, weil man nicht mehr am Erfolg teilhaben kann.

Ich habe viele Menschen getroffen, die deswegen keinen Respekt mehr vor sich selbst hatten, lange schon innerlich gekündigt hatten, aber deren Management zu feige war, sie auch offiziell zu kündigen. Statt dessen wurden diese Menschen weggelobt, mit der Folge, dass ein Nachbar - Kollege sie dann zu versorgen hatte.

Und ich habe Menschen kennengelernt, die nach einer Kündigung und nach dem Schock, der darauf gefolgt ist, richtig aufgeblüht sind und endlich - auf einem neuen Gebiet - wieder den Geschmack des Erfolges kosten konnten.

Für Chefs ist Mitarbeiterförderung eine schwierige Aufgabe. Oft müssen sie dabei ihre kurzfristigen Interessen überwinden und beachtlichen Mut zeigen. Besonders wer hochqualifizierte Mitarbeiter gewinnen und für einige Zeit halten will, wird diese Menschen so weiterqualifizieren müssen, dass "sie wieder weggehen können" und auch anderswo gute Bedingungen vorfinden werden. Dazu gehört schon sehr viel Einsicht. Aber wer dies nicht tut, wird schwer die Top-Leute an sich binden können.

 

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