Mitarbeiter - Förderung
Sind Mitarbeiter zur Arbeit willig und fähig, dann sollte das Management sich nicht
allzuviel einmengen. Hauptaugenmerk des Managements für diese Juwelen sollte deren
Weiterentwicklung sein. Willige Mitarbeiter, denen allerdings die nötigen Kenntnisse
fehlen, müssen ausgebildet werden. Hier ist das Management gefragt, deren Schwachstellen
zu erkennen und sie mit Aus- oder Weiterbildung zu beseitigen.

Aber auch die Eigenverantwortung der Mitarbeiter ist bei der Aus- und Weiterbildung
notwendig. Gerade wenn es in einem Fachgebiet eine Schwachstelle gibt, die nicht während
der Arbeitszeit geschlossen werden kann, muß Eigeninitiative aufgewendet werden, um
weiterzukommen.
Ein Akademiker z.B. hat es versäumt, sich mit dem PC anzufreunden. Viele Jahre weicht
er PC Anwendungen aus und behindert sich dadurch in seiner Berufskarriere. Ein Abendkurs
in der Volkshochschule hilft ihm wieder den Anschluß zu finden.
Wer fähig wäre, aber nicht motiviert ist, der muß wieder Sinn in der Arbeit sehen.
Nicht immer wird eine Führungskraft in der Lage sein oder daran interessiert sein, diesen
Sinn zu vermitteln. Auch hier kann man sich oft selbst helfen und auch selbst motivieren.
Die langweiligste Arbeit kann - richtig verpackt - spannend werden, wenn man sie als
Spielsituation aufbauen kann. Aber auch die Beschäftigung mit den Hintergründen einer
Arbeit kann diese extrem interessant machen.
Manche Situationen sind für die Beteiligten sehr frustrierend. Wenn zum Beispiel nach
einer Umstellung nichts mehr funktioniert. In solchen Fällen ist es hilfreich, eine
Lernsituation daraus zu machen. Denn auch Erwachsene lernen gern, wenn sie genügend
Freiraum und Zeit dabei haben. Auch hier kann man selbst dazu beitragen, eine schwierige
Berufsphase mit der richtigen Einstellung zu überwinden.
Wer zur Arbeit nicht willig und auch nicht fähig ist, muß eine andere Arbeit suchen
und finden. Oft ist es für alle Beteiligten am besten, wenn Führungskräfte klare Worte
finden und die notwendige Entlassung aussprechen. Dadurch erhält der Betroffene die
Chance, wieder glücklicher zu werden, die Firma hat Schaden abgewendet und die Kollegen
atmen auf, weil sie die Belastung durch den unfähigen Mitarbeiter losgeworden sind.
Es mag in unserer Sozialgesellschaft hart sein, solche klaren Worte zu lesen, aber wer
nicht darauf achtet, dass Firmen lebens- und konkurrenzfähig bleiben, macht sich mehr
schuldig als der, der Unfähige und Unmotivierte wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung
stellt. Auch wenn die Folge eine längere Arbeitslosigkeit sein kann, so erhält der
betroffene Mitarbeiter doch auch die Chance, sein Leben neu zu orientieren und auf einem
anderen Gebiet mehr Erfolg zu haben.
Es macht nämlich keinen Spaß, unmotiviert und erfolglos jeden Tag in einer Firma
aufzutauchen, in der man keinen Platz mehr hat, weil man nicht mehr am Erfolg teilhaben
kann.
Ich habe viele Menschen getroffen, die deswegen keinen Respekt mehr vor sich selbst
hatten, lange schon innerlich gekündigt hatten, aber deren Management zu feige war, sie
auch offiziell zu kündigen. Statt dessen wurden diese Menschen weggelobt, mit der Folge,
dass ein Nachbar - Kollege sie dann zu versorgen hatte.
Und ich habe Menschen kennengelernt, die nach einer Kündigung und nach dem Schock, der
darauf gefolgt ist, richtig aufgeblüht sind und endlich - auf einem neuen Gebiet - wieder
den Geschmack des Erfolges kosten konnten.
Für Chefs ist Mitarbeiterförderung eine schwierige Aufgabe. Oft müssen sie dabei
ihre kurzfristigen Interessen überwinden und beachtlichen Mut zeigen. Besonders wer
hochqualifizierte Mitarbeiter gewinnen und für einige Zeit halten will, wird diese
Menschen so weiterqualifizieren müssen, dass "sie wieder weggehen können" und
auch anderswo gute Bedingungen vorfinden werden. Dazu gehört schon sehr viel Einsicht.
Aber wer dies nicht tut, wird schwer die Top-Leute an sich binden können.