Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenLebensmanagement

Der Begriff Lebensmanagement ist dem Englischen entnommen. Es ist die Übersetzung von 'LIFE MANAGEMENT'. Dieser Ausdruck wird hier kaum verwendet. Man spricht eher von Selbstmanagement. Selbstmanagement ist aber ein einengender Begriff. Deshalb ist m.M. Lebensmanagement der bessere Ausdruck für die vorgestellten Themen.

Warum ist dies ein interessantes Thema für Sie / für dich? In meinen Vorträgen über Projektmanagement habe ich festgestellt, dass die Managementmethoden, die man für sich persönlich anwenden kann, das größte Interesse bekamen. Die Anwendung auf das eigene, persönliche Leben verspricht doch den größten Nutzen.

Viele Menschen stecken mehr Aufwand in die Planung eines Urlaubs
als in die Planung ihres ganzen Lebens.

Deutschland hat eine lange Tradition auf diesem Fachgebiet. Einer der Väter des Selbstmanagements, Dr. Gustav Großmann, hatte in diesem Jahrhundert einen großen Einfluß auf die Entwicklung von Lebensmanagement-Techniken. Unter seinen Schülern haben besonders zwei, Hirt und Helfrecht seine Methode weiterentwickelt und auch eine große Anhängerschaft zu verzeichnen.

Das Wissen des Lebensmanagements ist oft als geheimes, d.h. esoterisches Wissen behandelt worden. In Zirkeln, Logen und Schulen wurde es weitergegeben. Und man gehörte zu den Eingeweihten, wenn man es hatte. Fast habe ich den Eindruck, dass auch heute noch Lebensmanagement-Techniken zu den geheimen Techniken gehören. Es gibt zwar in der Zwischenzeit sehr viele Kurse darüber, allerdings zu Preisen, die sich der Durchschnittsbürger kaum leisten kann. Aber zum Ausgleich gibt es inzwischen sehr viel Literatur zum Thema.

Die Weitergabe des Wissens von Mensch zu Mensch funktioniert schlecht. Selbst in Firmen, die auf Weiterbildung großen Wert legen, wird die Erfahrung von Einzelnen auf diesem Gebiet kaum an die KollegInnen weitergegeben. Die Gründe sind sicher vielfältig. Einer der Hauptgründe ist sicher, dass man einen persönlichen Wettbewerbsvorteil nicht gerne aus der Hand gibt, aber auch der Konflikt zwischen den Generationen spielt eine Rolle.

Vor allem alte, erfahrene Menschen wären eine gute Informationsquelle. Aber oft wollen diese ihr Wissen behalten, damit sie von der Jüngeren nicht abgehängt werden. Und oft akzeptieren die Jungen das angebotene Wissen der Alten auch nicht, weil sie es nicht mehr als aktuell empfinden. Aber ich habe zu meiner Freude entdeckt, dass das Internet ein wunderbares Medium ist, die Sprachlosigkeit zwischen Jung und Alt erfolgreich zu überbrücken!

Für andere ist das Thema vielleicht zu trivial, als dass man darüber reden müßte. Tatsache aber ist, dass vor allem Berufsanfänger wenig zu dem Thema erfahren. Ich habe jetzt über viele Jahre die Trends des Lebensmanagements verfolgt. Über Zeitmanagement und Finanzmanagement scheint man inzwischen wieder zu den grundlegenden Zielrichtungen zurückzukehren, nämlich der Suche nach dem persönlichen Glück!

Der einzige Mensch ...

... der mein ganzes Leben bei mir ist,
... der die größte Verantwortung für mich hat,
... der sich immer um mich kümmert,
... der es wirklich gut mit mir meint,
... der mich wirklich kennen müsste,
... auf den ich mich verlassen muss,

... bin nur ich selbst!

Lebensmanagement ist die Voraussetzung für jede andere Managementaufgabe und für ein erfolgreiches und befriedigendes Leben. Denn nur wer sich selbst steuern kann, kann es auch für andere. Wer chaotisch mit sich selbst umgeht, der schafft auch überall sonst Chaos.

Eine Führungskraft, die sich nicht selbst organisieren kann, bleibt es nicht allzu lange, entweder weil sie nicht erfolgreich sein wird, oder weil sie Raubbau an den eigenen Ressourcen treibt und aus gesundheitlichen Gründen dann aufgeben muß.

Aber nicht nur Führungskräfte müssen sich selbst managen können. Jeder der berufstätig ist, muß es tun. Und auch Nichtberufstätige werden ihren Vorteil aus den Lebensmanagement Methoden ziehen.

Die ideale Zielgruppe zum Lernen der Lebensmanagement Methoden sind jugendliche, akademische Berufsanfänger und Studierende in höheren Semestern. Ein ganzes Leben lang können sie Vorteile aus dem erworbenen Wissen ziehen. Der Nachteil der Jugend ist es allerdings, dass wegen mangelnder Erfahrung nicht immer eingesehen wird, dass die Anwendung nützlich ist.

Ein Problem der Jugend ist nämlich ihre Vorliebe für eine normative Weltschau. Die Jugend will die Welt so sehen, wie sie sein sollte und nicht, wie sie ist. Ich bekomme deshalb auch Kritik von Idealisten (z.B. Lehrern), die meine Sicht aus Unkenntnis ablehnen.

Wer keine Erfahrung hat, hat zuwenig Fehler gemacht, um einzusehen, dass eine Methodik Vorteile bringen kann. So wird jemand, der schon viele Fehler auf einem Gebiet gemacht hat, eher bereit sein zu lernen, wie sich Fehler vermeiden lassen. Und viele Menschen entwickeln erst mit Hilfe eines Coaches die Bereitschaft, sich zu verändern und weiterzuentwickeln.

 

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