Wer bin ich? Was will ich ? Was will ich nicht?
Es ist zwar schwierig, sich selbst zu erkennen, aber es ist nicht unmöglich, vor allem
wenn man sich einiger Hilfsmittel bedient.
Die Grundlage aller Selbsterkenntnis ist das Sammeln von Informationen über sich
selbst in einer Image Datei. Das Notieren, das Aufzeichnen mit der Videokamera, dem
Tonband. Aufzuschreiben was man tut, was man erreicht hat, was man denkt, was man träumt.
Dies alles ist Arbeit, deren Nutzen nicht sofort offensichtlich ist, deshalb wird sie auch
selten getan.
Wenn man sich aber dann bewerben muß, dann ist diese Selbstdarstellung plötzlich ganz
wichtig. Ein angenehmer Nebeneffekt des Anlegens einer Image Datei ist, eines Dossiers
über sich selbst, ist z.B., dass das Erstellen von Bewerbungsunterlagen kinderleicht
wird.
Das Sammeln von Informationen über sich selbst kann oft ganz nebenbei passieren. Wenn
man zum Beispiel einen Sprachtest machen kann, dann soll man es auch tun. Plötzlich weiß
man, wie man objektiv seine eigenen Kenntnisse einzuschätzen hat.
Alle Schreiben, Zeitungsausschnitte, Dankschreiben, andere Dokumente, die Auskunft
über meine Kompetenzen geben können sind wichtig. Künstler legen ganze Mappen an, um
sich korrekt darzustellen. Aber auch für ganz gewöhnliche Privatpersonen ist dieses
Dossier nützlich. Zur Selbsterkenntnis und zur korrekten Selbstdarstellung.
Ein guter Datenspeicher ist die eigene Verwandtschaft, vor allem die Eltern. Die
Wahrscheinlichkeit, so zu werden, wie die Eltern es sind oder waren, ist doch relativ
groß. Leider wird - aus naheliegenden Gründen - dieses Wissen von jungen Leuten nicht
gerne aufgegriffen, dazu liegt die Pubertät noch nicht lange genug zurück. Aber
wenigstens das, was die Altvordern gut gemacht haben, sollte uns als positive Anregung
dienen, was wir vielleicht selbst auch gut können. Die Eltern als Datenspeicher kann man
allerdings nur gut nutzen, solange sie leben. Oft sterben sie zu früh, und das Wissen,
dass sie in den Tod mitnehmen, ist dann verloren.
Wer noch auf der Partnersuche ist, sollte sich die Eltern des zukünftigen Partners
unbedingt ansehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die zukünftige Frau im Alter so wie ihre
Mutter, der Mann so wie sein Vater sein wird, ist groß! Aber Vorsicht, manche Tochter
wird wie ihr Vater, mancher Sohn wie die Mutter!
Auch Informationen über unsere Kontakte gehören zu den wesentlichen Informationen in
unserem Leben. Speziell junge Leute sind mit der Pflege der Kontakte sehr nachlässig. Es
lohnt sich auch hier eine Datei anzulegen und die Adressen fortzuschreiben. Dazu bietet
sich natürlich eine Datenbank im Computer an. Aber auch schon ein größeres Adreßbuch
kann genügen.
Alle Notizen sind mit dem Datum zu versehen, damit man auch die Entwicklung über die
Zeit sehen kann. Sowie gelegentlich eine Inventur der Dinge nützlich ist, so ist es auch
die Inventur darüber, was man ist, wie man gesehen wird, was man nicht so gut kann etc.
Die Aussagen der Familie und der Freunde sind ernst zunehmen. Es ist nützlich, diese
Information einmal nicht abzulehnen, sondern aufzuschreiben. Wenn ihr wollt, könnt ihr
dazu das folgende Schema zur Charakterisierung eines Menschen, mit den Begriffen
Extraversion, Neurotizismus (stabil), Offenheit (flexibel), Verträglichkeit (sozial) und
Gewissenhaftigkeit (zuverlässig), nehmen. Interessant ist dabei eine eventuelle
Diskrepanz zwischen Eigeneinschätzung und Fremdeinschätzungen.
Ein esoterischer, das heißt, geheimer und nur für sich selbst bestimmter Lebenslauf
ist eine wichtige Informationsquelle für sich selbst. In diesem Lebenslauf wird ehrlich
aufgeschrieben, warum man wirklich gewisse Entscheidungen getroffen hat. Einmal im Jahr,
zum Geburtstag, zu den Feiertagen, z.B. zu Weihnachten sind gute Termine mit sich selbst.
An diesen Tagen wird dann Inventur mit sich selbst gemacht.
Im Joybook, dem Glückbuch, sind freudige Aspekte zu notieren. Mit einem Joybook weiß
ich leichter, was ich tun kann, wenn ich depressiv bin.