Umzug
Das Schicksal hat mich oft umziehen lassen, so bin ich in allein 10 Jahren schon 10 mal
umzogen. Damit haben sich auch einige Erfahrungen angesammelt, die auch für meine
LeserInnen nützlich sein werden, denn auch sie werden einige Male in ihrem Leben umziehen
oder sogar auswandern müssen.
Wenn immer möglich, laß den Umzug von Profis machen. Ich habe in den USA erlebt, wie
mit guten Umzugsunternehmen der Umzug zum Kinderspiel wird. Da wird alles sorgfältig
eingepackt, am Zielort wieder ausgepackt und eingeräumt, alles aufgehängt und montiert.
Als Auftraggeber muß man lediglich einen Plan von alter und neuer Wohnung angeben, mit
der Lage der Möbel und Bilder.
Ich habe gelernt, dass sich dieser Plan auch bei unseren deutschen, nicht immer so
perfekten Umzugsunternehmen lohnt. So erkennt man frühzeitig, welche Möbel man braucht
oder nicht mehr brauchen kann. Von welchen Bildern man sich trennen soll, etc.
Immer wieder wird wirklich Unnötiges umgezogen, weil es vorher nicht entsorgt wurde.
Wer sich das entsprechende Kapitel über Ordnung in diesem Buch zu Herzen genommen hat und
alles Unnötige vorher zu Sperrmüll, Altpapier oder Kleidersammlung gebracht hat, wird
weniger Probleme haben.
Hilfreich bei Umzügen sind eine Inventarliste und die Kennzeichnung des Eigentums,
z.B. mit Aufklebern. Besonders in Reklamationsfällen, bei Diebstählen, aber auch sonst
für die Hausratsversicherung ist sowas sehr nützlich.
Alle Renovierungsarbeiten in der neuen Wohnung müssen vor dem Umzug
abgeschlossen sein. Es ist nicht klug, nach dem Einziehen noch renovieren zu müssen.
Lieber zahlt man einmal die doppelte Miete, aber hat dann in der neuen Wohnung für einige
Zeit Ruhe.
Mietverträge schließt man so ab, dass man die Renovierung beim Einzug macht und man
sich beim Auszug um nichts mehr kümmern muß. Ich weiß, dass gerade bei mir im
Schwabenland dies nicht immer geht. Aber vielleicht kann man sich damit helfen, dass man
gleich beim Einzug die Kosten der Auszugsrenovierung bezahlt und sich somit den Rücken
später freihält. Gerade geldgierige Vermieter (sowas soll es geben, sogar bei honorigen
Leuten) werden dieses Angebot, das man sich im Mietvertrag absichern läßt, gerne
annehmen.
Wer alle Gebrauchsanleitungen von Elektrogeräten gut aufgehoben hat, vielleicht auch
noch die Originalverpackungen von empfindlichen Elektronikgeräten, wird beim Abbauen und
Wiederaufbauen weniger Probleme bekommen. Besonders empfehlen kann ich mit Beschriftungen
oder Farbcodes alle Kabel und Anschlüsse besonders gut zu markieren. Ansonsten wird das
Aufstellen von komplizierten Anlagen zur Doktorarbeit.
Wenn während eines Umzugs der Inhalt einer Wohnung aufgeteilt wird ( zum Beispiel nach
einer Scheidung oder nach einem Todesfall) müssen alle Gegenstände und Umzugskisten gut
(zum Beispiel mit Farbaufklebern, die man wieder leicht entfernen kann) gekennzeichnet
werden. Andersfalls kommt es zu chaotischen Situationen und zu Fehltransporten, die nur
mit großen Kosten wieder rückgängig gemacht werden können.
Wer umzieht, ist besonders empfindlich gegen alle Störungen von außen. Häufig werden
Umzugsbetroffene krank, verletzen sich, unterliegen Depressionen. Dagegen kann man selbst
etwas tun und sich auch helfen lassen. Gegen die immer wieder vorkommenden
Rückenschmerzen hilft ein Leibgurt, z.B. ein Motorradgurt. Ein Erste-Hilfe-Set wird
vorher schon hergerichtet, damit man sich sofort verbinden kann. Man hält ein Musikgerät
bereit, das sowohl beim Abbauen, wie auch beim Aufbauen freundliche Musik spielt.
Wer Menschen beim Umzug hilft, muß eine positive Stimmung verbreiten. Vieles loben,
vor allem immer die neue Wohnung, dies ist besonders wichtig. Die Einziehenden haben fast
immer große Bedenken, ob die Wohnung, das Haus, ja sogar das Traumhaus das hält, was es
verspricht. Da lohnt es sich schon, einige Vorschußlorbeeren zu verteilen, die Realität
später kommt noch früh genug.
Auch freut sich jeder darüber, wenn man seine Sachen bewundert, aber auch, wenn man
mithilft, diese optimal schont und man mit ihnen sorgfältig umgeht. Menschen, von denen
man weiß, dass sie allzu sorglos mit fremden Gütern umgehen, lädt man nicht zum Umzug
ein.
Manchmal will man den Umziehenden etwas Gutes tun, aber man kann - zum Beispiel
aus gesundheitlichen Gründen - nicht mit anpacken. Was da immer gut ankommt, ist die
Betroffenen zum Essen einzuladen- entweder man kocht selbst und bringt das Essen - z.B.
Eintopf - zusammen mit dem notwendigen Geschirr mit. Und entsorgt dann auch gleich alle
Überreste und nimmt das Geschirr wieder mit. Oder man geht in die gegenüberliegende
Pizzeria und sorgt so für eine kräftigende Pause.
Man sollte in keinem Fall Alkohol anbieten, auch kein Bier an die Profis. Damit kann
man viel Schaden anrichten. Lieber eine Kiste mit Sprudel bereitstellen und eine große
Thermoskanne mit Tee oder Kaffee.
Macht man zum Umzug Geschenke, dann sollte man darauf achten, dass diesen keinen
Aufwand bedeuten. So kann der mitgebrachte Blumenstrauß zum Problem werden, wenn man
nicht gleich auch die Vase mitschenkt.
Nahen Freunden oder Verwandten sollte man durchaus auch finanzielle Hilfe für den
Umzug anbieten. Oft übersteigen die Kosten das Budget oder fressen die Ersparnisse auf.
Da kann eine kleine Überbrückungshilfe, mit einem schriftlichen Vertrag abgesichert,
aber auch ein größeres Geldgeschenk zur großen Hilfe werden, die lange in Erinnerung
bleibt.
Oft wird während des Umzugs die Erreichbarkeit über Telefon zum Problem. Da hilft ein
Mobiltelefon (Handy) sehr. Vielleicht kann euch jemand sein Handy für diese kurze Zeit
borgen. Es liegen inzwischen mehr ungenutzte Handies herum, als man glaubt.
Wer umzieht, wird von den neuen Nachbarn immer argwöhnisch beobachtet. Der erste
Eindruck ist enorm wichtig. Deshalb sich bei den neuen Nachbarn immer vorher anmelden und
den Mist, den der Umzug verursacht hat, immer selbst wegräumen, auch wenn ein
Hausmeisterservice zur Verfügung steht. Es schadet auch nicht, sich im Voraus für die
Unannehmlichkeiten, die man sicherlich verursachen wird, zu entschuldigen.