Selbständigkeit - Tipps
Beginnt man etwas Neues, etwas was noch nicht am Markt etabliert ist, so ist es sehr
hilfreich, wenn man in wenigen Worten, am besten in einem Satz, die Funktion des
Geschäftes (genannt Mission) erklären kann. Man wird nämlich mit sehr vielen Menschen
darüber reden müssen, vom Bankdirektor, dem man wegen eines Kredites aufsuchen muß bis
zu den vielen potentiellen Kunden, die man zu gewinnen hat. Ist die Mission schwierig und
nur umständlich zu formulieren, dann wird man große Probleme haben, das Geschäft zum
Laufen zu bringen.
Kohärenz hilft dem Kleinstunternehmer beim Start. Am einfachsten ist es, wenn der
Firmenname den Gründernamen enthält, dann können alle Infos, Zeitungsmeldungen,
Bücher, Vortragsankündigungen, etc. einem Namen zugeordnet werden, zudem wirkt die Firma
dadurch etwas realer und auch seriöser.
Gerne wird der administrative Aufwand - selbst bei kleinsten Beratungsunternehmen -
unterschätzt. Nicht nur dass die Buchführung stimmt und sauber ist, auch sonst sollte
man, wenn es um das Geld geht sich überlegen, wie man vor allem sein Geld wieder schnell
zurückbekommt.
Anfänger übersehen oft, dass es z.B. im normalen Geschäftsverkehr bis zu 4 Wochen
dauern kann, bis eine Rechnung bezahlt ist. Schnell ist da die Kasse leer! Besonders
Ingenieure haben oft wenig Sinn sich um die Administration zu kümmern. Ein Kaufmann im
Team ist da wesentlich besser geeignet, den Laden finanziell in Ordnung zu halten.
Viel Kraft wird in der Praxis in die Gewinnung von Kunden gesteckt, die Akquisition. Es gibt
wenige Geschäftsfelder, wo es zuviele Kunden gibt und man sich um die Akquisition nicht
zu kümmern braucht. Meist ist ein ungeheurer Aufwand notwendig, um genügend Kunden zu
gewinnen. Besonders wenn es sich um etwas Neues handelt, werden die meisten Menschen sehr
reserviert agieren und nur sehr zögernd zugreifen wollen.
Ein großes Problem ist auch die Finanzierung, besonders am Anfang. Habe ich genügend
Geld, um die Durststrecke zu überwinden? Wer gibt mir Geld, wenn ich wider Erwarten noch
mehr brauche. Kennt mich meine Bank gut genug, um als Hausbank zu funktionieren? Ist die
Bank gleich um die Ecke, im selben Ort, schätzt mich der Bankdirektor? Banken haben durch
ihre Finanzkraft große Macht. Behalte ich meine unternehmerische Freiheit oder muß ich
bald nur noch den Willen der Bank erfüllen?
Günstig ist es, eine Nische zu betreuen, in der man etwas Spezielles, ganz Besonderes
anzubieten hat. Man ist dann vor der Konkurrenz der Großen etwas sicherer und kann sich
dadurch solange halten, bis man den Kundenstamm etwas gefestigt hat. Dies ist nur ein
Vorteil, wenn man geringe Konkurrenz hat. Der Hauptvorteil ist, dass man das Preisniveau
etwas freier festlegen kann und sich nicht auf einen mörderischen Preiskampf einzulassen
hat. Preiskämpfe wird man als Anfänger meist nicht gewinnen, dazu fehlen einem einfach
die finanziellen Muskeln.
Oft ist das Geschäft ganz allein auf den Unternehmer ausgerichtet und jede Krankheit
dieser Zentralperson kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Was passiert jetzt bei einer
Krankheit, die vielleicht über mehrere Wochen läuft? Ist der Untergang der Firma damit
vorprogrammiert, oder kann jemand einspringen? Betreiben Ehepaare gemeinsam eine Firma,
ist das Problem etwas geringer.
Vielleicht hilft es, einen Verwandten, zu dem man auch genügend Vertrauen hat, laufend
über das Geschäft informiert zu halten, damit man eine Notvertretung hat. Man will gerne
das Risiko einer neuen Firma klein halten, und dazu gehört auch, die Geschäftsgröße
klein zu halten.
Aber oft ist eine Minimalgröße durch externe Faktoren vorgegeben. Wer z.B. einen
Versandhandel betreibt, muß zumindest die Inserate in den Fachzeitschriften bezahlen
können und dazu ist ein gewisser Umsatz notwendig. Dieser Umsatz muß früher oder
später erreicht sein, sonst kann die Firma nicht existieren.
Bei erfolgreichen Jungunternehmen kann auch das Wachstum zum Problem werden. Ist
genügend Managementpotential vorhanden, um auch eine kleine Gruppe zu führen? Kann man
wachsen, sind z.B. die Räume groß genug, ist im Ort genügend Platz? Findet sich Geld,
um das Wachstum zu finanzieren?
Jeder Jungunternehmer, jede Jungunternehmerin wird eine Unmenge von Problemen
vorfinden, die es zu überwinden gibt. Vielleicht findet sich ein älterer, erfahrener
Manager, der hilfreich und am besten natürlich kostenlos, mit viel Rat zur Seite stehen
kann, nicht für tägliche Routinearbeit, aber doch für häufiges Befragen.
Im Zeitalter der Frühpensionäre sollte dies schon möglich sein. Unter Umständen ist
jemand dankbar, als Senior Experte der Jugend helfen zu können und so eine interessante
Aufgabe zu haben und im Kontakt mit der Jugend selbst jung zu bleiben.
In jedem Fall wird neben allem Know-How und Mut immer auch Glück eine Rolle spielen,
damit ein Jungunternehmen gelingt. Ebenso wird viel Goodwill und Unterstützung aller
notwendig sein, die mit dem Unternehmer im Kontakt sind oder sein müssen, viele Firmen
scheitern sonst oder müssen ihre Geschäftsvorstellungen doch radikal verändern und sich
an die realen Gegebenheiten anpassen.
Das Geheimnis junger
Frauen
Junge Frauen ziehen ledige Männer an,
ledige Männer sind für ledige Frauen attraktiv,
es kommen immer mehr Leute zusammen
und schon kann man gute Geschäfte machen. |
In einer komplexen Umwelt ist die Gründung von Unternehmen so ähnlich
wie das Setzen von Samenkörnern in einem unbekannten Umfeld. Manche werden auf
fruchtbaren Boden fallen und von selbst wachsen und ihre Eigentümer vielleicht sogar zu
Millionären werden lassen. Einige wird man speziell düngen oder umsetzen müssen, aber
viele sind Opfer des Umfeldes und werden nicht wachsen.
Dies ist tröstlich zu wissen, dass nicht alle erfolgreich sein können, es wäre
schön, wenn unsere Gesellschaft die Verlierer nicht bestraft, sondern zumindest
honoriert, dass diese jungen Leute Mut gezeigt haben und viel - auch aus ihrem Mißerfolg
- gelernt haben.