Ressourcen - Management
Ressourcen sind hier ganz allgemein gemeint. Es sind die klassischen Betriebsmittel und
Güter, aber auch Fähigkeiten sind miteingeschlossen. Oft nennt man Ressourcen Manager
auch Kümmerer, sie kümmern sich um etwas, was wichtig ist.
Einer der wesentlichsten Aspekte einer Ressource ist, dass sie als solche identifiziert
ist. Erst wenn klar ist, dass sie ein wichtiges oder knappes Gut ist, wird sich ein
Kümmerer finden.
Die Luft wird solange nicht als wichtiges Gut betrachtet, solange es genügend davon
gibt und die Qualität der Luft gut ist. Erst mit der Luftverschmutzung wird sie eine
Ressource, um die man sich kümmern muß. Tatsächlich haben alle Großstädte inzwischen
Abteilungen, die diese Aufgabe vorzunehmen haben.
Sind nicht genügend Ressourcen vorhanden, dann wird die wichtigste Aufgabe sein, sie
zu schaffen. Ist im Augenblick genügend davon vorhanden, dann wird das Erhalten einer
Ressource die wichtigste Aufgabe sein. Ist zuviel einer Ressource da, dann wird es
notwendig sein, den Überfluß, sofern seine Betreuung Geld kostet, wieder abzustoßen.
Eine Ressource, deren Betreuung - relativ zum Wert - geringen Aufwand darstellt, ist
Geld. Es lohnt sich also fast immer überzählige Ressourcen zu Geld zu machen.
Es sollten zu jedem Zeitpunkt soviel wie nötig, aber nicht zuviel Ressourcen vorhanden
sein. Denn zuviel, das bedeutet auch zuviel Erhaltungsaufwand, deshalb ist sowenig wie
möglich ein erstrebenswertes Ziel.
Aus Sicherheitsgründen oder auch aus Bequemlichkeit wird man wichtige oder
lebensnotwendige Ressourcen doppelt anlegen, damit im Krisenfall immer noch ein Überleben
stattfinden kann.
In einem Haushalt sind mehrere Telefone vorhanden, obwohl eines genügen würde. Aber
es ist bequemer, in jedem Raum ein Telefon zu haben.
Ressourcen, die nicht erhalten werden, gehen dem Besitzer verloren.
Das Haus, dessen Dach nicht rechtzeitig erneuert wird, verfällt in der Witterung.
Aber auch Fähigkeiten oder Rechte können verloren sein, wenn ihre Ausübung nicht
regelmäßig vorgenommen wird.
Die Amerikaner haben für das Sexualleben alternder Menschen den sinnigen Spruch: Use
it - or loose it!
Ein Verlust ist immer dann wahrscheinlich und dann sogar auch sinnvoll, wenn der
Wartungsaufwand größer wird, als der Nutzen der Ressource.
Der Kontakt zu Mitmenschen (dies ist auch eine wichtige Ressource) wird abgebrochen,
wenn er zur Belastung wird. Dieser Nutzen ist dann zu gering, um den Erhalt des Kontaktes
zu pflegen.
Die regelmäßige Wartung einer Ressource setzt Disziplin voraus.
Der Pianist wird regelmäßig seine Etüden spielen, um in Übung zu bleiben. Der
Kunstmaler wird regelmäßig seine Fähigkeiten ausüben und verbessern. Die Ressource der
künstlerischen Schaffungskraft bleibt nur dann erhalten, wenn sie mit Disziplin ständig
trainiert wird.
Interessant für den Erfolg ist, dass es günstig ist diejenigen Fähigkeiten
weiterzuentwickeln, die schon am besten entwickelt sind. Diese Betriebsmittel zu
verbessern, die schon sehr gut sind. Diese Produkte zu bewerben, die am besten laufen.
Diese Art der Auswahl des Ressourcenmanagement ist nicht intuitiv einzusehen. Ihre
Begründung liegt im Wettbewerbsvorteil von Spitzenleistungen und Spitzenpositionen.
Oft wird es im Kontinuum einer Entwicklung gar nicht klar, dass zuviele Ressourcen
vorhanden sind. Es ist dann sehr hilfreich, mit Obergrenzen dafür zu sorgen, dass nicht
unbegrenzt Ressourcen angehäuft werden.
Eine kleine Abteilung wächst ständig. Um unkontrolliertes Wachstum einzudämmen, wird
festgelegt, dass die Abteilung nicht mehr als 15 Leute haben darf. Diese Kopfzahl läßt
offen, welche Menschen in dieser Abteilung arbeiten werden, sie schränkt nur die Anzahl
ein und reduziert damit Probleme, die bei zu großen Abteilungen entstehen würden.
Kümmerer einer Ressource sollten diese auch mögen, eventuell sogar lieben, damit sie
wirklich für das Wohl der ihnen anvertrauten Ressource voll eintreten. Sie müssen
gelegentlich abstrakten Ressourcen einen Sinn geben, damit jedermann versteht, was man
vermissen würde, wenn man sie nicht mehr hätte. Dazu gehört auch Wege zu finden,
abstrakte Ressourcen sichtbar zu machen und sie so darzustellen, dass ihre Bedeutung
erkannt wird.
Preisrichter eines Eiskunstlaufes geben Noten, um die Schönheit einer Vorführung zu
bewerten. Damit wird selbst Schönheit sichtbar und vergleichbar gemacht.
Man schützt nur das, was
man schätzt.
Man schätzt nur das, was man kennt. |
Wir werden in späteren Abschnitten vor allem das Ressourcen -
Management auf unsere Lebensressourcen anwenden.