Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenReise - Tipps

Die folgenden Tipps sind sicher nicht vollständig, aber haben mich auf vielen Reisen vor größerem Schaden bewahrt. Für spezielle Gegenden empfehle ich unbedingt, die angebotene Information zu lesen und auch zu beachten.

So gibt es für Reisende in Florida ein nützliches Handblatt, das die Reisenden gut schützt, wenn sie sich daran halten. Für exotische Länder empfehle ich unbedingt die reichlich vorhandene Literatur zu Rate zu ziehen, aber auch die Lektüre von 'Survival Handbooks' ist informativ und dazu auch noch spannend.

Potentiell immer gefährlich sind Gegenden mit großer Armut, besonders in der Nachbarschaft reicher Orte, z.B. auch Gegenden, in denen Flüchtlinge sich aufhalten müssen, Drogenumschlagplätze (z.B. auch die Umgebung von Liquor Stores in USA), Orte mit Prostitution, Touristenzentren, Länder im Umbruch und mit Mafiastrukturen und natürlich Kriegsschauplätze.

Immer riskant ist es allein, in der Nacht, im Dunklen, alkoholisiert, hilfesuchend, und gut gekleidet herumzugehen oder zu fahren. Deshalb ist es sicherer in Gruppen zu gehen, den Alkohol zu meiden, nur an geschützten Plätzen die Land- oder Stadtkarte zu lesen und vor allem nichts Kostbares dabei zu haben

Zu meiden sind Parks, vor allem in der Dunkelheit, zu leere und zu volle Plätze und Straßen, unsichere Parkhäuser, U-Bahn Stationen, leere Autobahnparkplätze.

Viel macht die Kleidung aus. Wer in Jeans herumläuft signalisiert nicht Reichtum, wer Turnschuhe trägt zeigt an, daß er schnell weglaufen kann. Die Lederjacke verleiht Kraft, das Geld steckt in tiefen vorderen Hosentaschen (eventuell vom Schneider speziell dafür verändert) am sichersten.

Zu saloppe Kleidung, wie Punker-Look (früher Hippie-Look) bringt allerdings andere Nachteile. Bei jeder Grenze wird man stundenlang nach Rauschgift gefilzt und jede Finanztransaktion wird zum Problem. Sportlicher oder Freizeit - Look ist also ok, aber sich absichtlich mit seinem Image an den Rand der Gesellschaft zu bringen, ist nicht empfehlenswert.

Gerade bei Städtereisen ist gutes Schuhwerk wichtig. Es kann aber vorkommen, dass man ein gutes Hotel, die Oper etc. besuchen möchte. Um nun nicht so viele Schuhe mitnehmen zu müssen und dennoch nicht zu sehr aufzufallen, nehme ich schwarze (im Winter knöchelhohe) Freizeitschuhe mit. Diese sind bequem, unauffällig und universal einsetzbar.

Achte auf deine Reisebegleitung. Leicht wird aus "mitgegangen = mitgefangen". Ungebildete Menschen werden zur Gefahr, wenn sie kein Gespür für fremde Umgebungen haben oder rücksichtslos sind. Und mit unpünktlichen Menschen ist das Reisen kein Vergnügen. Reisebegleiter sollten sehr gebildet, loyal und verlässlich sein.

Im Zweifel ist es besser, im unbekannten Umfeld nicht zu helfen, man kann zuwenig abschätzen, was Fallen sind und was echte Not ist.

Wer Fallen als solche durchschaut hat, (z.B. füher die Hütchenspieler in Berlin) ist gut beraten, nur diskret und vorsichtig zu warnen, sonst wird man schnell das Opfer der brutalen Kriminellen.

Bei Übernachtung im Hotel sollte man alles so ablegen, daß man mit wenigen Griffen das Zimmer verlassen kann und trotzdem das Lebensnotwendige dabei hat. Man sollte sich unbedingt beim Einziehen die Notausgänge einprägen und zwar so, daß man zu ihnen auf dem Boden kriechen kann, denn der Rauch bei einem Brand wird die normalen Zeichen unsichtbar gemacht haben.

Ziemlich sicher ist man in Zimmern unterhalb des 7.Stockes (soweit reichen die meisten Feuerwehrleitern), die auf die Straße gehen. Zimmer im ersten Stock sind meist unangenehm laut, weil darunter oft die Küche, das Restaurant oder andere laute Räume sind.

Bevor man eine Tür öffnet, befühlt man sie. Ist sie heiß, läßt man sie zu. Eine gute Tür schützt lange vor dem Feuer, besonders wenn sie naß gehalten wird. Aufzüge sind im Brandfall natürlich zu meiden, ebenso der ungeschützte Sprung aus dem Fenster. Im Normalfall ist man schon bei einem Sprung aus dem zweiten Stockwerk tot.

Eine effektive Art Betroffene im Schlaf zu alarmieren, ist es, auf dem Parkplatz die Hupe eines Autos lange und immer wieder zu betätigen.

Spricht man die Sprache des Landes ist es besser mit 'Feuer' um Hilfe zu rufen als mit 'Hilfe', auch wenn es sich gar nicht um ein Feuer handelt. Denn bei Feuer helfen die Menschen eher als bei Hilfe.

Bei Überfällen lohnt es sich nicht den Helden zu spielen, Feiglinge leben länger, vor allem wenn sie gut laufen können, gegen eine gut gezielte Kugel sind die stärksten Muskeln wirkungslos.

In Massenpaniksituationen, wenn die Menschen beginnen alles niederzutrampeln, vor allem oben bleiben, nur nicht auf den Boden kommen. Kleine Kinder hochheben und versuchen auf der Menschenmenge zu schwimmen. Die einzige Kommunikation, die in einer Panik noch am ehesten wirkungsvoll ist, wäre das Anschreien, aber dabei muß man selbst noch ruhig und überlegt bleiben. Am besten allerdings ist es - wegen der hohen Risiken - Massenveranstaltungen im unbekannten Umfeld von vornherein zu meiden.

In der U-Bahn sitzt man am sichersten im Fahrerwagen oder steht in der Nähe der Notbremse, die man bei Gefahr in den Stationen dann zieht. Da kommt dann immer jemand, um nachzusehen.

Im Auto schließt man prinzipiell mit der Zentralverriegelung beim Fahren und Stehen alle Türen, den Kofferraum schließt man am besten extra ab. Wer unerwünschte Dienstleistungen im Auto - wie Scheibenreinigen - von vornherein ablehnt, erspart sich viel Ärger und bekommt auch nicht die unbeliebten Nagelkratzer auf dem Lack zu spüren. Durch gefährliche Strassen fährt man am besten mit der grünen Welle, um nicht stehen bleiben zu müssen. Wenn man von Nachbarautos bedroht wird, solange es geht weiterfahren und erst an sicheren Plätzen halten und nachsehen ob Schäden am Auto sind.

Wer dich oder dein Gepäck berührt, hat vor, dich zu beklauen. Die Nelkenfrauen in Spanien sind ein gutes Beispiel dafür.

Enger Kontakt zu streunenden oder wilden Tieren ist überall ein potentielles Problem, besonders aber für Kinder.

Vor Reisen in die Subtropen oder Tropen (alles was innerhalb der beiden Wendekreise liegt) ist rechtzeitig bei einem dafür ausgebildeten Arzt medizinischer Rat einzuholen. Damit man Warnungen versteht, sollte man für die wichtigsten Gefahren die englischen Ausdrücke kennen (z.B. in Indien Tollwut = Rabies).

Alle diese Tipps ermuntern nicht gerade zum Reisen. Aber - genügend Wissen und Vorsichtsmaßnahmen vorausgesetzt - wäre es einfach zu schade, sich deshalb vom Reisen abzuhalten zu lassen. Denn wer immer nur in seinem sicheren Zuhause sitzen bleibt, versäumt zuviel von der Faszination dieser großen Welt.

 

zurück Übersicht Feedback Autor Literatur

.

Das Praxilogie Buch (2009)

Bestellen

Die Praxilogie, von Otto Buchegger, Tübingen

Ein Klick aufs Bild zeigt den Umschlag

© 2009 Dr. Otto Buchegger Tübingen