Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenReisen

Reisen muß man erlernen. Am besten fängt man schon in der Jugend damit an. Am besten als Paar, denn dann ist es sicherer und es macht auch mehr Spaß.

Wer das Reisen nicht gelernt hat, wird wenig Freude daran haben. Das Reisen nimmt für viele Führungskräfte eine so zentrale Rolle ein, daß es eigene Zeitschriften gibt, die über Vorzüge, Nachteile und Gefahren informieren.

Wer reist, ist auf sich allein gestellt. Die Gefahren, denen man ausgesetzt ist, sind nicht zu vernachlässigen. Deshalb sind einige Vorsichtsmaßnahmen nützlich. Nicht nur bei Reisen in sogenannte gefährliche Gegenden, nein auch ganz nahe und unscheinbare Ziele bergen Risiken, die man mit Wissen besser umgehen kann.

Das Internet hat sich als sehr hilfreiche Informationsquelle für das Reisen herausgestellt. Es gibt gute Adressen für fast alle Aspekte, von Stadtplänen, Reiseplänen bis zu Sicherheitsinformationen und auch für Reisemedizin. Diese Quellen sollte man vor der Reise rechtzeitig befragen.

Wenig mitzunehmen ist eine wichtige Regel. Wer regelmäßig Bergwanderungen oder Fahrradtouren macht und sein ganzes Gepäck mitschleppen muß, lernt was man unterwegs wirklich braucht und was man getrost Zuhause lassen kann. Wer wenig mitnimmt, dem kann auch nicht viel gestohlen werden.

Verschweige unterwegs die Details deiner Reise. Deine Leute Zuhause müssen gut informiert sein und auch über den Fortschritt der Reise auf dem Laufenden gehalten werden, aber die Reisebekanntschaften unterwegs brauchen nichts wesentliches zu wissen. Bei aller Freundlichkeit zu unbekannten Menschen kann es dir sehr schaden, wenn du die genaue Route (außer bei Bergtouren), die genaue Aufenthaltsdauer, Details deiner Geschäftsmission, deine Vermögensverhältnisse zu vielen Menschen mitteilst.

Unterwegs an Geld zu kommen ist heute mit den Karten einfach geworden. Trotzdem ist immer ein Vorrat an Bargeld mitzunehmen. Bewährt haben sich - nahezu weltweit akzeptiert - Dollar Reiseschecks und kleine Dollarnoten. Wer Geld an Automaten abhebt, tut dies am besten während der Dienstzeit der Banken, also nicht am Wochenende oder in der Nacht. Die Gefahr an manipulierte Geräte zu kommen, wird so reduziert.

Wer zwei Geldbörsen mitnimmt, reduziert das Risiko, das ganze Geld auf einmal zu verlieren. Ohne Kreditkarte zu reisen macht wenig Sinn. Je nach Ziel wird man mehrere Karten brauchen, z.B. Visa und Master Charge (Eurocard), eventuell auch eine Debit-Card, z.B eine Bankcard. Man sollte sich an alle Devisenbestimmungen halten. Die Strafen sind zu hoch! Sich im Ausland nur auf eine Bankcard zu verlassen ist riskant. Was tun, wenn sie von einem Automaten nicht akzeptiert wird? Dann kann ein Urlaub ganz schnell zu Ende sein!

Bei unbekannten Routen sollte man sich gut mit Dokumenten versorgen. Und Kopien der Pässe, Reisedokumente, Adresslisten und Inhalte der Geldbörsen im Gepäck dabei haben.

Extrem wichtige Information kann man z.B. unter den Schuheinlagesohlen mitnehmen. Man sollte sich immer überlegen, wie man von Zuhause oder von einer Botschaft im Notfall Hilfe bekommen kann und diese Information dabei haben.

Wer fliegt findet schnell heraus, daß es extreme Unterschiede gibt, mit welcher Fluglinie man unterwegs ist. Ich spreche hier nicht nur von der Sicherheit und der Qualität des Services, sondern auch von der Behandlung der Fluggesellschaft im Ausland. Wenn die Fluglinien sicher sind, dann ist es immer besser, die Fluglinien des Ziellandes zu bevorzugen, denn diese haben dann ihren Heimvorteil. (Frag auch die Flugzeugcrew, in welchen Hotels sie absteigt. Diese sind fast immer empfehlenswert.)

Jet - Lag, einige Tips für Reisende zwischen den Zeitzonen

Schon beim Einsteigen ins Flugzeug die Uhr umstellen.
Viel Wasser trinken während des Fluges.
Soviel wie möglich schlafen während des Fluges.
Nach der Ankunft duschen und sich viel im Tageslicht und im Freien aufhalten.
Wer müde wird, sollte schlafen, das Erzwingen des neuen Rhythmus führt zu Raubbau.
Pro Tag wird man nur eine Stunde des Zeitunterschiedes ausgleichen können.
Keine wichtigen Verhandlungstermine direkt nach der Reise.
Bei Flügen nach Osten nichts essen und eventuell ein Schlafmittel (bei mir sind es zwei Fläschlein Rotwein) nehmen.
Geheimtip: Fußsohle, vor allem Fersen, in Papiertaschentücher einwickeln und dann erst die Socken drüberziehen (Warum dies wirkt, weiß ich nicht, aber es hat schon vielen geholfen!)

Es wird immer Konfliktzonen geben, denen man am besten ausweicht. Wer viel reist, muß unbedingt die internationalen Nachrichten sehen und hören und sich informiert halten. Das Auswärtige Amt informiert darüber speziell mit den Länderinformationen. Denn leicht kann man zwischen Fronten geraten, ohne daß man etwas dafür kann. Aus diesem Grund mache ich keine Vergnügungsreisen in islamische Länder und bin zögerlich mit Reisen in Ländern mit Todesstrafen.

Auch vergangene Konflikte zeigen immer noch Nachwehen, die man spürt, wenn man über ein ehemaliges Feindesland einreist. Wer einmal die Griechisch-Türkische Grenze passiert hat, weiß wovon ich rede. Hier lohnt es sich Umwege über ein unproblematisches Nachbarland zu planen und rechtzeitig dafür zu sorgen, daß man zwei Pässe hat und darauf achtet, dass nur 'genehme' Stempel und Visa sich in dem Pass befinden, den man dann vorzeigt!

Den Reiseprofi erkennt man an der Ausrüstung. Sie ist unscheinbar, aber trotzdem markant, so daß sie nicht leicht verwechselbar ist, leicht, versperrbar, und vor allem klein. Es gibt keine offenen Adressen zu sehen.

Menschen, die viel reisen, haben alles schon in Einheiten vorgepackt, eine Checkliste hilft Wichtiges nicht zu vergessen. Unterwegs sind andere Dinge wichtig als Zuhause. Kleinigkeiten können einen großen Unterschied ausmachen. So verreise ich nie ohne Ohrenstopfen, um den ungewohnten Lärm auszuschalten.

Alles was kostbar ist, oder kostbar aussieht, läßt man am besten Zuhause. Gold oder Goldfarbiges üben eine Riesenattraktion aus, ebenso Metallkoffer. Meinen einzigen Raubüberfall habe ich meiner Kamera zu verdanken. Ebenso zu vermeiden sind Handtaschen (besser Gürteltaschen nehmen), Brustbeutel (wenn sie offen getragen werden), Waffen (es ist meist sicherer davonzulaufen oder alles abzugeben). Problematisch können auch Medikamente werden, wenn sie für unerlaubte Drogen gehalten werden. Schlüssel nur mitnehmen, wenn man sie auch braucht.

Es hat sich sicher herumgesprochen, daß es gefährlich ist den Kurier zu spielen. Also deshalb nichts mitnehmen, was man nicht kennt, das heißt selbst eingepackt hat. Dies gilt auch für Briefe! Hier muß man konsequent nein sagen, das Risiko ist in manchen Ländern tödlich!

Aus demselben Grund sind alle Gepäckstücke gut abzuschließen (außer es ist aus Sicherheitsgründen verboten), nicht nur, weil etwas entfernt werden könnte, sondern vor allem, um nichts unbedarft mitzunehmen.

Wer klug ist, nimmt ein kleines Büchlein mit, um die Eindrücke und Erfahrungen zu notieren. Vor allem alle Tips aufzuschreiben, die man bei der nächsten Reise beachten wird. So kann man sich z.B. die günstigsten Plätze eines Flugzeugs notieren, als Lohn für seine Aufzeichnungen erhält man dann beim nächsten Flug den Sitz mit der größten Beinfreiheit. Aber auch um Gedanken zu notieren, die unterwegs kommen, eignet sich dieses Reisetagebuch bestens.

Ich nehme als zusätzliches "Notizbuch" immer eine Digitalkamera mit. Neben Fotos kann man damit heute auch kurze Filme oder Tonaufnahmen machen.

Ist man mit dem Auto unterwegs, so lohnt es sich für die Reise eine CD oder MP3 Dateien auszusuchen, die man dann häufig spielt. Spielt man dann Zuhause diese Musik, sieht man mit dem geistigen Auge wieder die Fahrt vor sich.

Es ist auch nützlich, kleine Souvenirs aus der Heimat mitzunehmen, um Gastgeschenke machen zu können. Bewährt haben sich bei mir Drucke von alten Landkarten, diese werden fast überall gerne angenommen, sie wiegen wenig und brauchen keinen Platz.

Es gibt inzwischen im Internet für alle Länder dieser Welt nützliche Informationen. Vor der Reise einige Zeit auf dem Internet zu surfen, kann große Vorteile bringen. Man erfährt lokale Informationen und ist u.U. über einiges besser informiert als die Bewohner vor Ort.

Das Internet ist auch bestens geeignet, den Kontakt mit der Heimat aufrechtzuerhalten. Fast überall, wo es eine Universität gibt, hat man Zugriff zu entsprechenden Terminals. Vielreisende führen auf diese Art sogar ihre Tagesgeschäfte weiter, weil sie von überall - über Telefon - Zugriff zu ihrem Computer haben.

 

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Das Praxilogie Buch (2009)

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