Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenReisen - Allgemeines

Ich habe sehr viel reisen müssen, bin sehr oft umgezogen und bin dabei auch zweimal ausgewandert. Aber ich habe viele Menschen getroffen, die noch wesentlich mobiler als ich sein mußten. Es ist in unserer Zeit der Globalisierung für viele Menschen notwendig, sich auf viele Ortswechsel einzustellen, oft auf Reisen gehen zu müssen und dazu will dieser Abschnitt beitragen.

Glücklich die Menschen, die immer an einem Ort leben können und dabei auch zufrieden sind. Mobilität hat ihren Preis. Mobile Menschen haben ihre Heimat verloren, bestenfalls ist ihre Familie oder ihre Firma ein Heimatersatz. Da sie überall zu Hause sein müssen, sind sie es nirgendwo.

Die Dreisätze des Reisens

Die ersten drei Stunden des Urlaubs sind am gefährlichsten.

Der dritte Tag ist immer unangenehm.

Erst in der dritten Woche erholst du dich richtig.

Für länger als drei Monate brauchst du oft eine Aufenthaltsgenehmigung und du willst dich häuslich einrichten.

Wer sich länger als drei Jahre wo wohlfühlt, will nicht mehr nach Hause.

Wer plant ein mobiles Leben zu führen, ist gut beraten, sich früh einem internationalen Klub mit weiter Verbreitung anzuschließen. Lions zum Beispiel. So findet man überall wieder leicht Anschluß. Aber auch die aktive Zugehörigkeit zu einer Kirche kann hilfreich sein.

Und man sollte sich Hobbys auszuwählen, die man überall leicht ausüben kann: Schwimmen, Musizieren und Schach gehören dazu. Wandern, im Gegensatz dazu, wird man im wesentlichen auf die deutschsprachigen Länder beschränken müssen.

Wenig Besitz - Geld natürlich ausgenommen - macht mobil, viel Besitz wird leicht zur Belastung. Ebenso belasten eine labile Gesundheit und ausgefallene Eßgewohnheiten.

Mobile Menschen müssen in der Lage sein, sich schnell mit neuen Menschen zurechtzufinden und müssen oft geliebte Menschen zurücklassen können.

Viele Reisende werden sich mit internationalen Markennamen schneller zurechtzufinden. Dies erleichtert in der Tat das Reisen ungemein, macht es aber auch langweiliger. Auch ich habe meine bevorzugten Plätze: z.B. McDonalds, Nordsee (in Deutschlands Städten), die französischen Hotelketten (wie z.B. IBIS, MERCURE), die meinen Ansprüchen völlig genügen oder AVIS als Autovermieter.

Noch besser ist es, die etablierten und streng kontrollierten Qualitäts-Symbole eines Landes zu lernen, auf die man sich unterwegs verlassen kann (z.B. AAA in den USA, Les Routiers in Frankreich) und bewährte Reiseführer (z.B. von Michelin) zu konsultieren.

Vor jeder Reise informiert man sich heute gründlich im Internet. Mit Google Earth kann man sich schon die Umgebung aus der Luft anschauen, auch Hotelbewertungen von Mitreisenden findet man für viele Ziele. Tipps für Sehenswürdigkeiten sind auf guten Seiten aktuell und mancher Reisende, der im Internet seine Hausaufgaben gemacht hat, ist besser informiert als die Einheimischen.

Ich habe überwiegend gute Erfahrungen mit den Buchungen im Internet gemacht. Sowohl bei Billigfliegern (mit Ausnahme von Ryan Air, deren Ziele ich als unattraktiv ansehe) als auch bei Hotelbuchungen. Bei Hotels wird man die oft die Qual der Wahl haben. Empfehlenswert ist es z.B. bei Guide Michelin sich die Hotels auszusuchen, dann aber direkt im Netz oder über HRS zu buchen.

Wer reist, ist erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Vor Reisen in die Subtropen und Tropen Afrikas, Asiens oder Südamerika (innerhalb der Wendekreise) unbedingt rechtzeitig (d.h. 4 Wochen vorher) den Arzt (Reisemediziner, Tropenmediziner) aufsuchen und sich gegen die dort immer noch auftretenden Krankheiten beraten und impfen lassen oder die Prophylaxe beginnen. Notwendige Medikamente immer selbst mitnehmen! Wo immer man auch ist, Kontakte zu fremden Tieren (Hunden, Katzen, Affen, Vögeln, Fledermäusen, Schlangen) meiden! Gegen die gefährlichen Stechmücken in Malariagebieten gibt es Schutz (z.B. lange, helle, imprägnierte Kleidung, imprägnierte, dichte Mückennetze, Repellents) eventuell auch diesen mitnehmen, wenn man unsicher ist.

Das Handy, das Mobiltelefon, ist heute fast überall ein guter Reisebegleiter geworden. Selbst in Wüsten kann man telefonieren oder sich an gefährdeten Küsten vor Tsunamis warnen lassen. Mit neuen Internethandys und billigeren Services wird man dann alle Informationen von unterwegs abrufen können! Welch unglaublicher technischer Fortschritt in so kurzer Zeit!

Bei allen Schwierigkeiten aber bedeutet Mobilität die Möglichkeit zum Weiterentwickeln. Ich hätte immer das Gefühl gehabt - im nachhinein mit Recht - etwas zu versäumen, wenn ich nicht soviel von der Welt gesehen hätte.

Mit den EU Erweiterungen zeichnet sich ein Trend ab, der aus den USA schon lange bekannt ist. Man bleibt lieber im Lande, d.h. in den Ländern der EU, resp. USA. Und noch lieber verweilt man im EURO-Raum, dann wird das Leben noch leichter und einfacher. Wäre ich Schweizer Politiker, würde mich das sehr beunruhigen.

Folgende Orte in Europa sollte man gesehen haben: Paris, Rom, Barcelona, Wien, Venedig,
Genua, Krakau, Budapest und natürlich mein kleines Tübingen. In den USA sind es New York City, Washington DC, Miami oder Orlando, Las Vegas und die Nationalparks Zion, Bryce Canyon, Arches, Grand Canyon, so wie das Monument Valley. In all diesen Orten habe ich wirklich viel gelernt und Schönes gesehen!

Heute allerdings bin ich froh, an einem schönen, kleinen Ort in Ruhe und Beschaulichkeit zu leben und meine Reisetätigkeit auf wenige Reisen beschränken zu können.

 

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