Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenPräsentations-Praxis

Der Gedanke vor einem großen Publikum eine Rede zu halten ist für viele Menschen sehr schrecklich. Gelegentlich gehen der Rede wochenlang schlaflose Nächte voraus und beim Auftritt selbst haben Menschen soviel Lampenfieber, dass sie kaum zum Reden kommen.

Letztendlich wird nur permanente Übung dieses Problem überwinden. Es ist daher klug, jede Chance zu kleineren Auftritten, auch im Familien- oder Freundeskreis, zu nutzen, um Präsentations-Erfahrung zu bekommen.

Ein sehr effektives Hilfsmittel ist die Videokamera, um sein Wirken in der Öffentlichkeit zu überprüfen. Man wird damit leicht seine persönlichen Untugenden erkennen und auch überwinden lernen. Trotz großer Verbreitung von Videokameras werden allerdings diese viel zu selten für die Selbstkontrolle genutzt.

Reden vor einem Riesenpublikum (z.B. im Fernsehen) wird man gut proben, eventuell sogar auswendig lernen. Auf jeden Fall sollte man den Anfangs- und den Schlußsatz einer formellen Rede auswendig lernen oder in schriftlicher Form dabei haben, auch wenn man die Rede selbst frei, mit Hilfe von Stichworten hält. Dies beruhigt und gibt Sicherheit.

Geh vor einem großen Auftritt auf die Toilette, schau
in einen Spiegel und habe ein Glas Wasser in der Nähe!

Sehr hilfreich die Präsentationsangst zu überwinden, ist die Paradoxe Intention (auch Paradoxe Intervention). Man stellt sich dabei vor, was alles Schlimmes bei der Präsentation passieren wird. Oft geht dabei die Angst weg und man ist frei von Blockierungen.

Man stellt sich kurz vor dem Vortrag ganz plastisch vor, dass man auf der Treppe zum Podium stürzen wird, dass einem alle Unterlagen hinunterfallen, dass die Hosenträger reißen werden, etc. Dadurch nimmt man sich die Angst - die blockiert - und man wird frei den Vortrag halten können.

Erfahrene Vortragende machen sich rechtzeitig mit dem Vortragsraum bekannt, sind früh da, um die Technik überprüfen zu können und haben auch Material dabei, um sich beim Vortrag selbst helfen zu können. Man sollte sich zum Testen auch einmal in die letzte Reihe stellen und dabei so die Lesbarkeit seiner Folien oder Dias überprüfen.

Um die Zuhörerschaft zum Mitmachen zu aktivieren, haben sich kurze Zwischendiskussionen in Dreiergruppen bewährt. Diese Dreiergruppen sind auch in Hörsälen ohne Aufzustehen möglich. Das Ergebnis kann dann von einem Sprecher der Drei vorgetragen werden. Da er ein 'Gruppenergebnis' vorträgt, wird er sich leichter öffnen können und die Meinung vortragen, als wenn er seine persönliche Meinung vor einem Auditorium vorstellen müßte.

Ebenfalls aktiviert das Abstimmen im Auditorium. Auch hier kann jeder - fast anonym - mitmachen und zur Belebung des Vortrags beitragen. 

Man halte sich bei langen Veranstaltungen an die Regel: Man kann über alles reden, nur nicht über eine Stunde! Längstens nach einer Stunde ist eine Pause notwendig, will man die Zuhörbereitschaft des Auditoriums nicht total verlieren.

Gute Vortragende (dazu gehören auch Pfarrer) wissen, dass man sich kaum länger als 10 Minuten konzentrieren kann. Man sollte also seinen Vortrag in 10 Minuten - Bissen teilen, soll er gut aufgenommen werden. Und es macht deshalb auch keinen Sinn, eine Predigt länger als 10 Minuten anzusetzen. (Die alte 20 Minuten-Regel ist durch moderne Medien - Gewohnheiten schon lange überholt!)

 

zurück Übersicht Bestellen Autor Literatur weiter

.

Das Praxilogie Buch (2009)

Bestellen

Die Praxilogie, von Otto Buchegger, Tübingen

Ein Klick aufs Bild zeigt den Umschlag

© 2009 Dr. Otto Buchegger Tübingen