Partnersuche und Partnerwahl
Es ist heute schwieriger als früher, seinen Partner zu finden. Die Gesellschaft gibt
wenig Hilfe, aber man hat heute viel mehr Freiheit seinen Partner, seine Partnerin
auszuwählen. Allerdings überfordert viele diese Freiheit und sie haben große Probleme
eine befriedigende Partnerwahl zu treffen.
Beruhigend ist es zu wissen, dass dein Partner schon lebt, dass deine Partnerin
vielleicht schon ganz in deiner Nähe ist. Er oder sie muß nicht erst geboren werden, sie
müssen nur gefunden werden oder vielleicht nur ausgewählt werden.
Um auswählen zu können, bedarf es vieler bekannter Menschen. Es ist viel einfacher,
seinen Bekanntenkreis zu vergrößern, als den richtigen Partner fürs Leben zu finden. Um
passende Partner zu finden, bedarf es im Bekanntenkreis eines großen Anteils an
Mitgliedern des gewünschten Geschlechtes.
Wer als Mann auch einen großen weiblichen Bekanntenkreis hat, wird es leicht haben,
daraus Sexualpartnerinnen auszuwählen und dabei seine Lebenspartnerin zu finden.
Umgekehrt gilt dies natürlich auch. Wer als Frau nur Freundinnen hat, wird dabei schlecht
den Mann fürs Leben finden.
Viele junge, noch unsichere Menschen oder auch bequeme, ältere Menschen finden ihre
Partner einfach beim Studium oder im Berufsumfeld. Die erste beste Gelegenheit wird
ergriffen und dabei wird geblieben.
Wer Partnersuche als Managementproblem betrachtet, wird mehrere und bessere
Möglichkeiten sehen und ausnützen, einen passenden Partner zu finden.
Zwei Wege, am besten parallel und gemischt angewendet, führen meist zum Ziel. Der
spontane und der geplante Weg. Der spontane Weg wird jede gebotene Gelegenheit prüfen, ob
sie für eine Partnerschaft verwendbar ist. Der geplante Weg wird systematisch
untersuchen, welche Möglichkeiten es gibt und diese testen.
In beiden Fällen bedarf es zur Partnersuche einiges an Aufwand. Wer diesen Aufwand
nicht zu erbringen bereit ist, sollte auch nicht enttäuscht sein, wenn es nicht klappt.
Aber wer zum Beispiel nicht die dafür notwendige Zeit aufbringen kann, der ist
wahrscheinlich auch nicht geeignet, eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten.
Viele Menschen suchen ihren Partner über Annoncen, egal in welchen Medien. Besonders
in Deutschland ist diese Methode sehr erfolgreich und dadurch beliebt. Wer keine andere
Möglichkeit hat, für den ist diese sicher empfehlenswert. Aber Partnersuche live macht
einfach mehr Spaß, finde ich.
Partner kannst du nur dort finden, wo diese sind. Dies klingt so trivial, dass ich
immer wieder verwundert bin, dass es die meisten Menschen, die auf Partnersuche sind,
trotzdem nicht wissen. Wer immer nur Zuhause hockt, wird nur die Nachbarn treffen. Ist
dabei niemand, der als Partner infrage kommt, dann ist die Partnersuche garantiert
erfolglos.
Wer also Partner sucht, muß aus dem Haus gehen! Wer nicht gerne alleine aus dem Hause
geht, wird zur Partnersuche eine Begleitung brauchen. Eine Freundin, ein Freund mag dabei
hilfreich sein, aber vielleicht im wesentlichen Augenblick störend sein oder zur
Konkurrenz werden.
Wer Partner sucht, muß für diese auch diskret die Verfügbarkeit signalisieren. Wer
sich aus lauter Schutzbedürfnis mit allen Eheinsignien, wie Ehering und Doppelnamen
schmückt, wird nur schwerlich erfolgreich sein.
Wer lächelt, motiviert zu Kontakt. Wer viel grüßt, zeigt Interesse an anderen
Menschen. Wer fragt, wer um Hilfe bittet, läßt Kontakt zu. Um bemerkt zu werden, mußt
du gelegentlich auffallen.
Spontaner Kontakt läßt sich nur schwer in Dauerkontakt umsetzen. Besser sind
Kontakte, die Nähe, Dauer und Wiederholung bieten. Weiterbildung und Sport sind
ausgezeichnete Möglichkeiten, sich regelmäßig und intensiv zu sehen.
Weiterbildung hat noch dazu den Vorteil, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit auf
Menschen mit gleichen Interessen treffen wird und sich daher sofort eher sympathisch
finden wird.
Aber auch die regelmäßige Fahrt zum Studien- und Arbeitsplatz, ein Theater-oder
Konzertabonnement, das regelmäßige Mittagessen bieten viele Möglichkeiten. Auch hier
empfehle ich primär den entsprechenden Bekanntenkreis zu erweitern und erst sekundär die
Partnersuche im Auge zu haben.
Wer aber dann aus einem Bekannten einen Partner machen möchte, der muß die Hauptregel
aller erfolgreichen HerzensbrecherInnen befolgen: Am Ball bleiben! Konsequent und
beharrlich, kreativ und mit Spaß, das wirkt immer noch am effektivsten. Nichts überzeugt
auf die Dauer mehr als Beharrlichkeit, unterstützt mit Deutlichkeit, und beides sehr
unterhaltsam vorgebracht.
Allerdings sollte man sich auch in diesem Fall ein Zeitlimit setzen, denn sonst macht
man sich schnell zum Narren und man wird zum Gespött und geht den "Angebeteten"
zu sehr auf die Nerven. Und wer dauerhaft mit seinen Bemühungen keinen Erfolg hat, der
verbohrt sich zu sehr und vergisst leicht, dass es noch viele weitere - und vielleicht
sogar bessere - Alternativen gibt.
Häufig wird man einen Menschen finden, der als idealer Partner erscheint, aber schon
gebunden ist. Ein Trost für diese Situation ist dann die wunderbare Erinnerung. Diese
'idealen Partner' werden nie enttäuschen, nie schnarchen oder zu spät kommen, nie Geld
fordern und wenn sie weit genug entfernt sind, auch nie altern.
Weniger geeignet für die Partnersuche sind Urlaube. Hier trifft man nicht auf die
echten Menschen, sondern nur auf Menschen in Urlaubslaune. Auch bei Menschen, die weit weg
wohnen, wird es schwierig werden, sich gut kennenzulernen. Hier wird man dann mehr die
Illusion lieben, als den realen Menschen.
Manche Menschen wollen eigentlich gar keine Partner, obwohl sie ständig das Gegenteil
behaupten. Sie haben einfach so hohe Ansprüche, dass es - realistisch gesehen -
unmöglich wird, den Märchenprinz oder die Märchenprinzessin auf dieser Welt auch zu
finden. Höchstens könnte man sie erfinden! So leben sie lieber mit der Illusion.
Besonders das Fernsehen scheint diese Entwicklung zu fördern.
Aber auch die Einschätzung der eigenen Attraktivität ist gelegentlich haarsträubend
unrealistisch. Häufige Kombinationen, bei denen Erwartung und Wirklichkeit besonders weit
auseinanderklaffen sind Männer um die 20 mit Frauen um die 30 und Frauen ab 42 mit
jüngeren Männern. Mit etwas Vernunft und Realitätssinn könnten sich die Betroffenen
viel Kummer ersparen.
Wer noch mehr zum Thema Partnersuche und Partnerwahl lesen will, dem empfehle ich meine
Betrachtungen in 'Freu(n)de
Finden'.