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Erfolgreiche Menschen bauen ständig ihr Netzwerk aus und nutzen es auch. Denn erst durch die Nutzung erhält es seinen Sinn, sonst ist das Netzwerk nur eine fiktive Größe. Wer es regelmäßig nutzt, weiß dann auch wie und auf wen er sich besonders verlassen kann.
Man muß nach individuellen Wegen suchen, um auf unaufdringliche Weise sein Netz zu vergrößern oder dichter zu machen. Im wesentlichen wird man dazu den persönlichen Kontakt einsetzen, aber z.B. auch die Publikation einer Familienzeitung oder die passenden Klubmitgliedschaften können dabei helfen. Ich habe aber auch viel Hilfe direkt von völlig fremden Menschen aus dem Internet bekommen. Allgemein gilt: Wer hilft, hat eine größere Chance, auch selbst Hilfe zu bekommen.
Der große Nutzen eines Netzwerkes liegt darin, dass mit großer Wahrscheinlichkeit irgend jemand darin eine Lösung für ein Problem parat haben wird. Aber auch schon alleine die Möglichkeit, mit anderen Menschen über seine Probleme reden zu können, wird motivierend und hilfreich sein.
Statistiker haben berechnet, dass nur etwa 12 Menschen die persönliche Menschenkette zwischen 2 x-beliebigen Erdenbewohnern bilden. Mit dem Fortschreiten des Internets wird sich diese kleine Zahl noch weiter drastisch verkleinern. Im Jahre 2008 war sie schon bei 6,6!

Mit Netzwerken sind Lösungen immer näher, als man denkt. Darin liegt auch der große Reiz der elektronischen Netzwerke, z.B. von Internet, dass sie die Welt so klein machen, dass man immer Zugriff zu einer Lösung oder einer gesuchten Information hat. Aber auch ohne Internet, einfach durch Rundbriefe, Inserate, durch die richtigen Mitgliedschaften wird man schnell feststellen: Know-WHO ist oft wichtiger als Know-HOW!
Kluge Menschen sammeln relevante Daten, bevor sie sie brauchen. Viele Informationen erhalten wir gratis, aber weil wir sie nicht so speichern, dass wir sie schnell wieder finden, gehen diese Informationen verloren. Wenn z.B. jemand über gute oder schlechte Ärzte erzählt, sollten wir genau zuhören. Diese Information kann lebensentscheidend sein, aber solange wir gesund sind, ist sie noch ohne Bedeutung und wird sofort wieder vergessen.
Erfahrene Netzwerkexperten suchen auch regelmäßig Orte auf, an denen viele Informationen umgeschlagen werden. Fast sprichwörtlich werden z.B. die Toiletten oder Golfplätze dafür benutzt. In Firmen sind es z.B. die Kaffeemaschinen, das Sekretariat, im Privatbereich u.a. die Sauna, der Stammtisch, das Kaffeehaus oder das Familienfest. Wer Mittel findet, sich selbst dort Notizen zu machen oder zu verteilen, wird erst dann die Vorteile seines Netzwerkes richtig ausschöpfen.
Netzwerke müssen eine gewisse Größe haben, zwei Menschen allein sind noch kein Netzwerk. Als sehr nützlich hat sich für mich der Zugriff zu verschiedenen Netzwerken und Klubs erwiesen. Damit konnte ich öfters eine Brückenfunktion ausüben, was sehr befriedigend war.
Netzwerke sind nicht nur hilfreich im Finden von Lösungen, sondern auch im Aufdecken von Problemen. Man kann sie also nicht nur für die Synthese, sondern auch für die Analyse verwenden. Ein gutes Beispiel dafür waren die Musiktauschbörsen, die nicht nur verschollene Musik weiterleben ließen, sondern auch gnadenlos die Schwächen der Musikindustrie offen legten. Für Menschen, die aus Problemen finanziellen Vorteil münzen können, sind deshalb Netzwerke entscheidend für ihren Erfolg.
Sollen die Probleme ein Chance haben sich heraus zu kristallisieren, dann darf nicht nur strukturierte Kommunikation herrschen, sondern es muss Freiheit geben. Am einfachsten werden Pausen dazu dienen können, für die es ein eigenes Kapitel gibt.
Allerdings wird nur jener das Netzwerk nutzen können, der sein Problem auch formulieren kann und sich nicht scheut, um fremde Hilfe zu bitten. Wer oft genug selbst Gelegenheit hatte zu helfen, wird dies eher tun, weil er weiß, dass Geben und Nehmen zum menschlichen Austausch gehört.
In der Weiterentwicklung der Praxilogie, im Globismus, spielen Netzwerke eine zentrale Rolle, unter dem Motto "Netze geben Sicherheit". Wäre ich noch jünger, würde ich versuchen, mehr Wissen zu diesem wichtigen, abstrakten Thema zusammenzutragen. Das 20. Jahrhundert war ein Experimentierfeld für die ersten wirklich großen globalen technischen und sozialen Netzwerke. Was haben wir dabei gelernt?
Einiges steht dabei für mich fest:
Aber viele Fragen bleiben für mich noch offen, um nur einige zu nennen:
Wie gesagt, das alles sind hochinteressante Themen, die nach neuen Theorien für
praktische und menschliche Lösungen schreien.
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Das Praxilogie Buch (2009) |
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© 2009 Dr. Otto Buchegger Tübingen