Kommunikationstipps
Meist werden intelligente Menschen sich auch gut auszudrücken wissen. Leider kann man
sich darauf aber nicht verlassen. So gibt es ausgesprochen dumme Menschen, die sich
bestens ausdrücken können, vielleicht sogar gut reden können.
Wer auf deren Ratschläge hört, wird bald groß enttäuscht sein. Umgekehrt gibt es
ausgesprochen kluge Köpfe, die aber kaum den Mund zum Reden aufbringen. Man muß also bei
der Kommunikation zwischen der 'Verpackung' und dem 'Inhalt' einer Rede oder eines
Prospektes unterscheiden.
Die Erfahrung lehrt, dass um so mehr auf die Verpackung wert gelegt wird, je weniger
der Inhalt selbst wert ist. Je schöner die Verpackung ist, um so mehr sollte man den
Inhalt kritisch überprüfen. Leider aber ist die letzte Kaufentscheidung fast immer durch
die Verpackung beeinflusst. Manche Organisationen haben die Gefahr 'guter Verpackungen'
erkannt und schreiben vor, dass Vorschläge schriftlich eingebracht werden müssen, damit
man sich z.B. nicht vom Charme eines Vortragenden blenden läßt.
Aber nicht in jedem Fall zählt nur der Inhalt oder das Argument. Es muß auch mit
kräftiger Stimme vorgetragen werden. Besonders Frauen - mit von Natur aus leiseren
Stimmen - sollten die angebotenen technischen Möglichkeiten (Mikrofone) nutzen oder
zumindest beim Reden aufstehen, auch dann werden sie besser verstanden.
Wer fremde Argumente übernehmen muß, sollte diese auch verstehen, sonst wird man sie
ihm nicht abnehmen. Wenn es zum Beispiel um wissenschaftliche Zusammenhänge geht, sollte
der Vortragende sie wenigstens im Groben verstanden haben. Man wird nicht jedes Detail von
ihm verlangen, aber nur das mechanische Nachplappern wird ihm sicher nicht abgenommen.
Damit Inhalte gelesen werden, müssen sie kurz sein. Die wenigsten Menschen haben Zeit,
lange Artikel zu lesen. Eine gute Regel sagt: Nicht mehr als eine Seite. Dies sollte
zumindest für Zusammenfassungen beachtet werden. Diese kurzen Zusammenfassungen werden
noch akzeptiert und gelesen.
Gelegentlich kommt man in Umfelder, wo sich alle widersprechen. Hier muß man
vorsichtig sein und sich primär auf die eigene Beobachtung verlassen. Auch diese mag
täuschen, wird aber noch immer eine bessere Entscheidungshilfe sein als irgendwelche
Lügen, die einem aufgetischt werden. Mit zunehmendem Einfluß der Medien, die alle
verkürzen (und damit in gewissem Maße lügen), wird die persönliche Beobachtung als
Grundlage von Entscheidungen immer wichtiger. Wir werden lernen müssen, mit viel
Unsicherheit bei Informationsquellen leben zu müssen.