Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenKommunikationstests

Vielen Menschen ist es peinlich, schlechte Kommunikatoren auf deren Fehler hinzuweisen. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen gar nicht über ihre persönlichen Macken Bescheid wissen. Leider nutzen viel zuwenig Menschen die heute fast überall verfügbaren Mittel zur Selbstkontrolle: Kassettenrecorder und Videokamera. Sonst würden sie sich selbst mehr um Verbesserungen bemühen.

Ich habe mit meiner Checkliste einige häufige Fehler zusammengefaßt. Wer z.B. regelmäßig ganz andere Antworten bekommt, als auf seine Frage passen würde, der spricht wahrscheinlich sehr undeutlich. Sein Gegenüber rät dann, was denn gemeint sein könnte und gibt dann die Antwort, die am ehesten passt, oft natürlich die unpassende.

Kommunikation - Checkliste

Mündliche Kommunikation

  • Du bekommst eine passende Antwort -> deutlich
  • Du wirst von Fremden verstanden -> wenig Dialekt
  • Du wirst in der letzten Reihe verstanden -> laut
  • Du wirst auch von Laien verstanden -> einfach
  • Du stellst Fragen vor einem Publikum -> aktiv

Schriftliche Kommunikation

  • Du kannst kurze Zusammenfassungen schreiben
  • Deine Anweisungen werden befolgt
  • Deine Dokumente enthalten keine Fehler
  • Deine Schreiben sind persönlich und prägnant
  • Deine Handschrift ist leserlich
  • Du kannst schnell lesen und tippen.

Wer von Fremden schlecht verstanden wird, obwohl diese seine Sprache kennen, spricht wahrscheinlich einen katastrophalen Dialekt, den man nur in seinem Dorf so richtig versteht. Leider ist mit dem zunehmenden politischen Zusammenwachsen in Europa als Gegenbewegung das Vordringen von Dialekt zu beobachten.

Wer schlecht in entfernten Reihen verstanden wird, spricht zu leise. Vor allem Frauen kennen dieses Problem, weil sie normalerweise viel leiser als Männer reden. Hier kann sowohl Frauen, wie auch den Männern das Benützen des Mikrofons empfohlen werden. Leider scheuen viele den kurzen Aufwand zum Mikrofon zu gehen oder sie kennen sich zuwenig mit der Technik aus. Es lohnt sich, diese Zeit zu nehmen und sich in die Geheimnisse der Technik einweisen zu lassen. Denn wer nicht verstanden wird, für den ist die Mühe des Redens umsonst. Und die Kraft des Arguments zählt viel besser bei kräftiger Stimme.

Vor allem Fachleute reden gerne so kompliziert, dass Laien sie kaum verstehen. Auch wenn sie sich bemühen, so schaffen sie es nicht, einfacher und verständlicher zu werden. Hier muß geübt werden! Am besten durch schriftliches Formulieren, noch besser in einer Fremdsprache, wo man nicht über ein besonders reiches Vokabular verfügt. So haben einige gute Schriftsteller zum Schreiben mit Absicht eine Fremdsprache gewählt, um besser verstanden zu werden.

Wer nicht aktiv an einer Diskussion teilnimmt, dessen Beitrag dazu ist gleich Null. Oder höchstens dient seine Anwesenheit als Klatschmaschine. Da ist es schade um die Zeit. Auch wenn man zustimmt, soll man sich äußern, auf jeden Fall aber bei Ablehnung, ansonsten wird jeder annehmen, man hat zugestimmt!

Auch für die schriftliche Kommunikation gibt es hier einige Testfragen mit einigen Tips dazu. Wer unsicher in der Rechtschreibung ist, sollte die entsprechenden Programmhilfen verwenden! Kürzer ist im Zweifel besser als länger, allerdings ist es auch viel schwieriger, klar und kurz zu schreiben. Weiters gilt: Wenig Worte - wenig Streit!

Die Wichtigkeit einer guten Handschrift habe ich schon öfters betont, sie erleichtert einfach die schnelle schriftliche Kommunikation. Mit einer Füllfeder oder einem Bleistift wird die Handschrift besser sein, als mit einem Kugelschreiber. Wer mit schwarzer Farbe schreibt, dessen Kommentare lassen sich besser kopieren.