Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenKommunikation

Gute Kommunikation ist die Lebensader jeder Organisation, jeder Firma, jeder Gemeinschaft. Deshalb sind die Kommunikationsfähigkeiten eines Menschen sehr bestimmend, wie erfolgreich er sein wird. Wie gut wir Botschaften, Nachrichten, Gefühle senden aber auch empfangen können, wird in hohem Maße unsere Leistung bestimmen.

Nur wer ganz für sich allein arbeiten kann, für den wird die Kommunikation nicht so wichtig sein. Aber gerade für Mitarbeiter in technischen Berufen, die gerade diese gewählt haben, weil sie u.U. in den Sprachen nicht so gut waren, kommt früher oder später die Erkenntnis, dass auch in diesen Berufen die Kommunikation extrem wichtig ist.

So werden auch IngenieurInnen Kundenkontakt haben, wobei sie z.B. etwas erläutern müssen. Oder sie schreiben Handbücher oder Bedienungsanleitungen, Marketingtexte oder Werbebroschüren, immer und überall kommt es auch auf kommunikative Fähigkeiten an. Oder Ingenieure werden Gutachter oder Experten und müssen dann einem großem - eventuell Laien - Publikum technische Sachverhalte erklären können.

Es ist daher mehr als wichtig, über Kommunikation Bescheid zu wissen und seine Fähigkeiten zu üben und zu verbessern. Zu den wichtigsten Grundlagen gehört dabei das Interesse an Menschen. Und die Einsicht, dass nicht nur das Reden, sondern auch das Zuhören wichtig ist, so wie die Kenntnisse der Möglichkeiten der aktuellen Medien, die für die Kommunikation zur Verfügung stehen.

Gute Kommunikation erfordert gute Kenntnis der Partner, man muß sich auch die Zeit dazu nehmen können. In einem persönlichen Gespräch muß man ungestört sein können. Jedermann erwartet in so einem Gespräch auch Diskretion, d.h. man muß sich verlassen können, dass nichts weitererzählt wird.

Um in einem intensiven Gespräch nicht gestört zu werden, läßt man einfach das Telefon läuten.

Offenheit und Ehrlichkeit sind sehr kommunikationsfördernd. Leider wird hierzulande darunter aber oft verstanden, dass man nicht höflich zu sein braucht. Man kann auch die Wahrheit höflich sagen und offen sein, ohne zu verletzen.

Leider wird es sich aber nicht vermeiden lassen, in Ausnahmefällen sich naiv zu stellen, lügen zu müssen oder zumindest die Wahrheit nicht zu sagen. Das Lügen muss man üben, soll man nicht eine jämmerliche Figur dabei abgeben. Schauspielunterricht oder das Spielen von Poker, Mäxle u.ä. werden dabei helfen.

Wer lügt

  • greift sich an die Nase
  • spricht leise
  • meidet direkten Blickkontakt
  • flattert häufiger mit den Augenlidern
  • verengt die Pupille
  • verspricht sich
  • presst die Arme an den Körper
  • hat die Hände unterhalb der Gürtellinie

Doch Vorsicht

  • schon ein Indiz entlarvt den Lügner
  • es gibt viele perfekte Lügner
  • Männer lügen häufiger (bis 200x am Tag!)
  • Frauen lügen schwerwiegender

Menschen mit deutlicher Aussprache wird man lieber zuhören, als jemanden, der nuschelt und die Worte im Bart verschluckt. Am liebsten wird man mit Menschen reden, die Humor haben. Mit jemanden gemeinsam zu lachen, verbindet ungemein.

Eine der Grundlehren Dale Carnegies ist, die Freude zu teilen, um damit Freunde zu gewinnen.

Bei schriftlicher Kommunikation werden kurze und prägnante Texte besser akzeptiert, als umständliches Geschwafel. Wer handschriftliche Notizen macht, sollte auch sich bemühen ordentlich zu schreiben. Gerade im Computerzeitalter, wenn alles sehr schnell gehen soll, ist eine gute Handschrift sehr nützlich.

Wer merkt, dass er in einem Gespräch ausgenutzt wird, wird schnell die Kommunikation abbrechen. Und wer in der Öffentlichkeit bloßgestellt wird, der wird ein Leben lang danach trachten, sich dafür zu revanchieren. Jemanden in die Situation zu bringen, das Gesicht zu verlieren, dies sollte man immer versuchen zu unterlassen.

Gute Kommunikatoren erhöhen mit ihrer Rede den Wert und den Nutzen des Umfeldes. Sie sind auch in der Lage, dies auszudrücken, was die Mehrheit denkt oder fühlt.

Während meines USA-Aufenthaltes konnte ich die Reden des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan studieren. Die Art wie er über das Fernsehen mit seinen Landsleuten kommuniziert hat, war mehr als überzeugend.

Viel zur Förderung, sowie zur Behinderung der Kommunikation, trägt das äußere Umfeld bei. So kann leise Musik wunderbar die verbale Kommunikation unterstützen, zu laute aber sie dann nur auf die nonverbale reduzieren. Wenn Menschen sich sehen können, werden sie auch eher miteinander reden. Gibt es gemeinsame Treff- oder Wartepunkte, wie z.B. Lifts, Toiletten, Kaffeemaschinen, Cafeterias, Meetingspausen, dann entstehen dort leichter Gespräche, als wenn alle nur aneinander vorbeihetzen. Wer für die Kommunikationskultur in Unternehmen verantwortlich ist, sollte gemeinsam mit Architekten über solche Kommunikationszentren nachdenken!

Zu den wichtigsten Worten der Kommunikation gehören die Höflichkeitsfloskeln BITTE, DANKE und GUTEN TAG. Es lohnt sich diese Worte oft einzusetzen und sie auch in vielen Sprachen zu beherrschen. Es ist unglaublich, was man mit ihnen bewirken kann. Und es läuft vieles schief, wenn sie nicht ausgesprochen werden.

Wer gerne mehr über meine Technik des Schreibens wissen möchte, dem empfehle ich das nächste Kapitel!

 

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