Das Klima zum Wohlfühlen
Alles was dich umgibt, hat Einfluß auf dich. Nicht nur die Menschen und andere
lebenden Organismen, nein auch die sogenannten 'toten' Dinge, wie Möbel, die Farben der
Wände oder Formen von Wohnungen und Häusern beeinflussen dich. Aber auch das Wetter,
sogar die Mondphasen wirken auf dich. Alles kann dazu beitragen, ob du dich gut fühlst
oder ob du leidest und sogar krank wirst.
Leider kannst nicht du alles beeinflussen, meistens wird es ganz wenig sein, was du aus
eigener Kraft verändern oder so gestalten kannst, dass du dich wohler fühlst. Aber
relativ viel Freiheit hast du in deiner eigenen Wohnung, in deinem eigenen Haus, oft auch
an deinem Arbeitsplatz.
Gute Architekten haben fundiertes Wissen, wie man Räume so gestaltet, dass Menschen
sie gerne annehmen. Und mit dem aus Ostasien importierten Feng Shui hat dieses Wissen
einen neuen Anschub bekommen.
Vieles wird für fast alle Menschen gelten, einfach weil es aus unserer gemeinsamen
Evolution stammt, z.B. dass sich Menschen in 'Höhlen' geborgen fühlen und Freiheit am
besten außerhalb von Mauern gefühlt wird. Andere Regeln beruhen auf Effektivität, dass
z.B. zusammensein sollte, was zusammengehört, oder dass man sich durch Platz auch die
Vor- und Nacharbeit sparen kann, weil man alles liegen und stehen lassen kann und nichts
aufräumen muß. Aber jeder Mensch wird seine eigenen Präferenzen haben und diese zu
finden, dazu will ich beitragen.
Gestalte
mutig, was du verändern kannst.
Nimm gelassen hin, was du nicht ändern kannst.
Mit Weisheit lernst du das eine vom anderen unterscheiden. |
Alle allgemeinen Regeln haben den Nachteil, dass sie in manchen Fällen
in die Irre führen werden. So kann Sonnenschein in unseren Breiten Depressionen
verhindern, aber Menschen, die wechselndes Klima mit Regen gewohnt sind, wird dauerhafter
Sonnenschein depressiv machen. Ich habe dieses Phänomen häufig bei Kollegen erlebt, die
in den USA vom Manufacturing Belt (im Nordosten) in den Sun Belt (nach Arizona)
übersiedeln mußten.
Eine Umgebung mit einem Klima, das dich krank macht, ist nichts für dich. Kannst du
sie nicht verändern, fällt es dir schwer sich an sie anzupassen, dann wirst du sie
fliehen müssen.
Wenn man eindeutig krank wird, z.B. vergiftet wird, ist es noch relativ leicht, die
ausgeprägte Gefahr zu merken und abzustellen. Problematisch sind die schleichenden, kaum
merklichen Einflüsse. Auch die Gefahren, die wir nicht mit unseren Sinnen sehen, fühlen,
riechen, schmecken, sind problematisch.
Es gibt mehrere Indikatoren, wie merkst du, dass etwas nicht stimmt. Bist du z.B. immer
müde, denkst du oft ans Sterben, hast du keine Lust etwas zu tun, wagst du nichts Neues,
verkriechst du dich immer in deiner Wohnung, dann mußt du etwas tun.
Vielen Menschen hilft der Weg zum Arzt. Manchmal kann schon eine kleine
Mangelerscheinung oder Überfunktion eines Organs verheerende Folgen haben. Und mit dem
richtigen Medikament wird sich das Leben dann schlagartig verbessern. Oder ein Psychiater
wird helfen, eine psychische Krankheit zu überwinden.
Aber bei vielen Menschen sind auch die Ärzte ratlos. Hier können Umweltanalytiker mit
Messungen feststellen, ob etwas im Raumklima nicht stimmt. Schleichende Vergiftungen z.B.
durch Holzschutzmittel sind immer noch häufig. Messen lassen bringt hier Sicherheit und
verhindert falsche Spekulationen. Messen lassen kann man auch Elektrosmog, viele Menschen
reagieren sensibel darauf, vor allem wenn ihnen eingeredet wird, dass sie Angst davor
haben sollen.
Aber neben allen diesen Faktoren gibt es immer noch ganz subjektive, die man selbst
erforschen muß. Mein Ansatz dazu ist sich selbst zu beobachten und zu fragen:
Warum bin ich jetzt/hier so glücklich?
Warum bin ich jetzt/hier so unglücklich?
Und dann kleine Veränderungen zu planen und durchzuführen. Die Grundregel für das
Vorgehen lautet:
Den Anteil an 'Glücklichsein' (wenig, aber kontinuierlich)
vergrößern,
den Anteil an 'Unglücklichsein' verkleinern.
Da unsere Zeit begrenzt ist, wird auch eine kleine Änderung zum Positiven im Gegenzug
etwas Negatives verhindern und dadurch doppelt ins Gewicht fallen. Es ist also für einen
merkbaren Effekt gar nicht notwendig, immer gleich die großen Schritte, die dann doch
nicht stattfinden werden, zu planen!
Man wird sich seine Erkenntnisse aufschreiben müssen, damit man sie umsetzen kann.
Sonst wird man schnell das Beobachtete vergessen.
Wenn ich zum Beispiel während eines Winterspazierganges im Sonnenschein feststelle,
dass ich daran wirklich große Freude habe und dies mir guttut, dann halte ich dies fest
und plane weitere Spaziergänge, eventuell sogar einen Winterurlaub in den Bergen.
Wenn ich z.B. beim Arbeiten erschrecke, wenn sich jemand hinter meinem Rücken
heranschleicht, dann werde ich den Tisch so stellen, dass ich das Herannähern von vorne
beobachten kann und ich mich nicht umdrehen muß.
Dies klingt so trivial, wird aber von vielen Menschen trotzdem nicht gemacht. Der Clou
sind die kleinen Veränderungen, die leicht durchzuführen sind, aber die - vor allem in
ihrer Häufung - einen ausgesprochen positiven Effekt haben.
Analoges gilt natürlich auch für die Ereignisse, die mich unglücklich machen oder
die zumindest einen schalen Nachgeschmack verursachen. Sind sie gravierend, dann werde ich
sie selbstverständlich meiden. Aber kaum jemand wird die kleinen Schäden registrieren,
die ihm zugefügt werden.
Wird mir z.B. von jemanden die Zeit mit Gelaber gestohlen, dann werde ich dies einfach
ertragen. Aber warum? Sollte ich nicht darauf reagieren und diesen Kontakt nicht mehr oder
nicht so häufig pflegen?
Oder wenn ich feststelle, dass mich manche Orte unglücklich machen, z.B. weil ich an
ihnen großes Unglück erlitten habe, dann werde ich diese Orte irgendwann einfach meiden.
Auch hier werden die kleinen Änderungen viel zu meinem Glück beitragen. Dadurch, dass
ich sie registriere, werden sie erst bewußt. Das Registrieren erfolgt z.B. im Tagebuch
oder man kann sich auch ein Freudenbuch zulegen. Wer ein Tagebuch führt, kennt die Kraft
die zur Selbststeuerung davon ausgeht. Das ständige Lesen der eigenen Gedanken macht
nicht nur konsequent, es öffnet auch wichtige Einblicke.
Manche der kleinen Symptome lassen sich vielleicht zu einem größeren - wirklich
wichtigen - Problem zusammenfassen, das man dann auch auf einmal abstellen kann, z.B.
durch einen Ortswechsel, durch eine Kündigung oder Scheidung.
Analoges gibt es nun in deiner Umgebung auszuprobieren und zu verändern. Merkst du,
dass dich das Fernsehen unglücklich macht, dann stelle den Fernseher dort hin, wo er
nicht mehr eine zentrale Rolle spielt. Erfreust du dich an Bildern, dann mache aus deiner
Wohnung deine persönliche Galerie.
Ich war vor vielen Jahren im Valentinmusäum (so schreibt man das wirklich!) in
München. Dessen Restaurant ist in einem Turm untergebracht, der den Blick nach allen
Seiten gestattet. Ich fand das ganz toll. Bei der Auswahl meiner eigenen Wohnungen habe
ich dann darauf geachtet, dass ich Aussicht nach mehreren Richtungen hatte! Einmal habe
ich nur den Blick in eine Richtung gehabt, ich bin in dieser Wohnung unglücklich geworden
und habe sie aufgegeben.
Hast du ein großes Bedürfnis nach Sicherheit, dann wirst du immer deinen Rücken
sichern wollen. Stelle deine Tische und Stühle so, dass dich niemand von hinten
beobachten kann.
Bist du visueller Typ, dann wirst du z.B. am Arbeitsplatz Stellwände aufstellen
wollen, auf denen du einerseits das Blickfeld so einengst, dass du nicht abgelenkt wirst,
auf deren Pinwände du aber alle deine Probleme und Projekte notierst und dadurch zu
Lösungen inspirieren läßt.
Kannst du eher akustisch inspiriert werden, dann wirst du Lärm abschirmen, aber z.B.
auch nach Musik suchen, bei der du gut arbeiten kannst oder dich entspannen kannst. Bist
du leicht abzulenken, und du willst dich konzentrieren dann wird Leere (z.B. auch ein
aufgeräumter Schreibtisch) und totale Ruhe die Antwort für dich sein.
Auf der Suche nach deinem persönlichen Wohlbefinden wirst du schnell auf die Esoterik
stoßen. Mit ihren Fachbegriffen oder Theorien, die du möglicherweise nicht verstehen
oder nicht akzeptieren willst, stößt sie dich vielleicht ab. Aber manches kannst du ja -
ohne Weltanschauung oder Theorie - einfach einmal ausprobieren. Tut es dir gut, dann bleib
dabei, ist es ohne Wirkung oder schadet es dir, dann vergiß es wieder. Du mußt ja nicht
gleich ein Guru oder dessen Anhänger werden.
Besonders die Anregungen von Feng Shui, mit dem Ansatz altes Wissen für harmonisches
und gesundes Wohnen anzuwenden, sollte man sich doch einmal durchlesen und jene Tips für
die Gestaltung oder Umgestaltung ausprobieren, die einem einleuchten.
Es lohnt sich kontinuierlich Arbeit und Energie für die Suche in dein persönliches
Wohlfühlklima zu stecken, dein Wohlbefinden wird es dir danken. Du wirst dich dadurch
besser, freier und weniger eingeengt fühlen. Und damit einen Schritt zur persönlichen
Selbstverwirklichung machen.