Kinder (Erziehung)
Wer Kinder in die Welt setzt, geht damit eine langjährige Verpflichtung ein. Nach
unserer augenblicklichen Gesetzgebung eine Verpflichtung für 27 Jahre. Wer diese
Verpflichtung nicht eingehen will oder kann, sollte sich frühzeitig darüber informieren
lassen, wie man keine Kinder bekommt, etwas, was den Rahmen dieses Buches sprengt.
Eltern lieben ihre Kinder zuviel
Kinder lieben ihre Eltern zuwenig |
Je früher man die Kinder bekommt, um so gesünder werden sie sein und
um so jüngere, d. h. auch belastbare Eltern werden sie haben. Dass die Wahrscheinlichkeit
für Behinderungen mit dem Alter stark ansteigt (z.B. Down-Syndrom) sollte bekannt sein.
Aber gerne wird vergessen, dass Kindererziehung auch sehr anstrengend sein kann!
Allerdings sollte doch auch genügend Reife, Verantwortungsübernahme und natürlich auch
Geld bei den Eltern vorhanden sein, um sie aufzuziehen.
Wie alt bin ich, wenn mein
Kind in der Pubertät ist? |
Vor dem ersten Kind sollte man sich darauf einrichten, dass eine
radikale, fast unvorstellbare Belastung auf das junge Paar zukommen wird. Am besten stelle
man sich vor, dass man 3 Monate Hausarrest mit totalem Schlafentzug bekommen wird und
richte sein Leben rechtzeitig proaktiv darauf ein (z.B. Vorräte anlegen, alles
automatisieren, Kontakte informieren). In dieser Phase ist die Partnerbeziehung extrem
bedroht und es es empfiehlt sich alle verfügbare Hilfe von Verwandten und Nachbarn
anzunehmen.
Als Vater von 3 Kindern mußte ich feststellen, dass man sie eigentlich nicht erziehen,
d.h. wesentlich verändern, kann. Zuviel steckt in ihren Veranlagungen, als dass man noch
Wesentliches an ihnen ändern kann.
Man kann - wie ein Coach - sie höchstens in ihren Stärken bestärken und ihnen
zeigen, wie sie mit ihren Schwächen zurechtkommen. Man kann ihnen zeigen, dass das Leben
Freude machen kann und man kann sie auf die 'Facts of Life' aufmerksam machen. Man kann
ihnen Angebote zur Weiterbildung machen. Und man kann das Zusammensein mit den Freunden -
z.B. durch gemeinsame Urlaube - fördern. Denn dieser Freundeskreis wird einen großen
Einfluss auf sie haben. Alles zusammen wird eine Familienkultur ausmachen, die dann
doch ganz wesentlich für das Heranwachsen der Kinder sein wird.
Ich stimme jenen Menschen zu, die behaupten, dass - neben den Veranlagungen - die
ersten 5 Lebensjahre den Menschen prägen. Aus diesem Grund sollten Eltern wirklich Zeit
haben, die ersten 5 Jahre ihres Kindes zu begleiten. Die Sicherheit, die die Kinder in
dieser Zeit gewinnen, ist unbezahlbar für deren ganzes Leben und je weniger Stress sie in
dieser Zeit haben, um so größer sind ihre Chancen für die Zukunft.
Zu den frühen Erfahrungen gehört der Umgang mit den Medien. Sie haben großen
Einfluss und deshalb nützen Verbote allein wenig. Viel wichtiger, allerdings auch viel
zeitaufwändiger ist es, wenn Eltern ihren noch kleinen Kindern beibringen, mit ihnen so
umzugehen, dass sie lernen Nützliches und Unterhaltsames zu erleben, ohne süchtig zu
werden oder anderen Schaden zu erleiden, wie Bewegungsmangel oder Isolation.
Kinder lieben Rituale. Auch wer beruflich stark belastet ist, sollte deshalb für seine
Kinder feste Zeiten einplanen. Ich habe dafür den Samstagvormittag gewählt. An diesen 3
Stunden war ich uneingeschränkt für meinen kleinen Sohn da und habe mit ihm z.B. x-mal
die Spielwarenläden besucht. Und er hat mir dafür das größte Kompliment gemacht:
Daddy, du hast immer Zeit für mich!
Wer Kinder hat, sollte unbedingt etwas über Entwicklungspsychologie wissen. Wer weiß,
wie Kinder sich entwickeln, wird es wesentlich leichter mit ihnen haben. Und die Kinder
werden es auch leichter mit den Eltern haben. Dies gilt vor allem für die frühe
Kindheit, den Lebensabschnitt um 2 Jahre (terrible twos) und für die Pubertät.
Viele Eltern fürchten sich vor der Pubertät. Dabei genügt es, den Kindern genügend
zum Essen zu geben, sie lange schlafen zu lassen - Wachsen ist anstrengend -, sie vor
tödlichen Gefahren zu schützen und sie genügend Herausforderungen auszusetzen. Mit
Massieren konnte ich meist guten, persönlichen Kontakt auch in schwierigen Situationen
erreichen. Mit jedem Tag vergeht dann ein Promille der Pubertät von selbst. Und wer
überhaupt nicht mit der Pubertät zurechtkommt, sollte durchaus auch einen
Internat-Aufenthalt in Erwägung ziehen. Das Geld dafür kann gut investiert sein!
Kinder - Eltern
mit 6 Jahren: Die Eltern wissen alles
10: Sie wissen ziemlich viel
15: Ich weiß soviel wie sie
20: Sie haben keine Ahnung
30: Was die Eltern wohl dazu sagen würden
40: Vom Leben verstehen die Eltern schon was
50: Die Eltern wissen alles
60: Wenn wir doch noch die Eltern fragen könnten |
Es ist nicht vernünftig, die Ausbildung der Kinder ausschließlich auf
die LehrerInnen zu delegieren. Vieles können Eltern besser vermitteln. Entweder weil sie
als Vorbild mehr anwesend sind, weil sie sich besser als die LehrerInnen auf speziellen
Gebieten auskennen. Weil sie mehr Verständnis für jene Schwächen aufbringen, die sie
selbst in ihrer Jugend zu überwinden hatten.
In jungen Jahren wollen Kinder viel über die Eltern erfahren. Dann hören sie auch
gerne den Stories der Alten zu. Vor allem über die Fehler der Eltern können sie
stundenlang reden, aber auch Schulstreiche der Eltern sind hochinteressant. Es lohnt sich,
in diesen Phasen viel Zeit mit ihnen zu verbringen und ihnen auch viel zu erzählen.
Besonders Familientreffen sind dafür sehr ergiebig!
Mädchen und Jungen sind
verschieden
Wer sie gleich behandelt, erzieht sie schlecht. |
Wir wissen heute viel über die Schutzfaktoren für Kinder. So haben
z.B. Mädchen (in unserem Kulturkreis) bessere Chancen gesund zu bleiben, ein sicheres
Bindungsverhalten etwa zu einer Großmutter ist förderlich, intelligente, aktive und
kontaktfreudige Kinder sind im Vorteil, sind die Eltern weniger gestresst, vor allem auch
die alleinerziehende Mutter, dann ist es auch gut für die Kinder.
Es ist leider fast aus der Mode gekommen, dass Eltern ihre Kinder in ihren Beruf
einführen, etwas was ich sehr schade finde. Ist es doch wahrscheinlich, dass Kinder die
Talente ihrer Eltern geerbt haben und sie diese wie ihre Eltern einsetzen könnten. Ich
schätze es als hilfreich ein, wenn Eltern versuchen, so oft es möglich ist, Kinder in
ihre Erwachsenenwelt mitzunehmen. Wenn man ihnen dann erklärt, was sie sehen und
eventuell ihnen die Hintergründe erläutert, lernen sie leicht "das Leben zu
lernen".
Kinder erziehen sich gut gegenseitig. Wer mehrere Kinder hat und deren
Auseinandersetzungen kennt, wird mir zustimmen. Wer seinen Kindern vielfältige
Außenkontakte erlaubt, wird auch deren Weltbild verbessern und realistischer sein lassen.
Wichtige Fähigkeiten müssen früh geschult werden, am besten durch dein eigenes
Vorbild: das soziale Verhalten, der Sinn für Ordnung, die Freude an der Musik, die
Aufforderung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung.
Wie etwas erledigt wird
Du machst es selbst.
Du lässt es für viel Geld machen.
Du verbietest es deinen heranwachsenden Kindern. |
Kinder sind für viele Menschen das Beste und Wichtigste in ihrem Leben.
Aber es gibt auch ein befriedigendes Leben ohne eigene Kinder. Mit einer gefährlich
wachsenden Weltbevölkerung müssen wir vielleicht einige Skripten neu schreiben oder
zumindest neu interpretieren. 'Wachset und mehret euch', zum Beispiel.