Kräfte im Gleichgewicht
Seit unserer Geburt sind wir immer einem Kräftespiel ausgesetzt. Kräfte und
Gegenkräfte wirken auf uns ein. Und es wird Druck auf uns ausgeübt und von uns
Gegendruck erzeugt. Oder wir üben Druck aus und sehen uns mit Gegendruck konfrontiert.
Wollen wir nun Veränderungen vornehmen, dann müssen wir Kräfte verstärken oder
Gegenkräfte schwächen, dann werden wir in einen neuen Gleichgewichtszustand gebracht.
Unser ganzes Leben ist eine Folge von stationären Gleichgewichtszuständen.
Unterbrochen von Krisen, das heißt großen Veränderungen oder auch kleinen
Veränderungen, Anpassungen, Lernen. Denn Lernen heißt vor allem, sich zu verändern.
Die zwei Grundfragen der Veränderung sind:
1. WAS soll ich tun?
2. WIE soll ich es tun?
Zum WAS gehören die Wünsche, die Visionen, die Erfüllung der Lebensaussage, das
Erreichen der Ziele, die Realisierung der Träume.
Behindernd wirkt dagegen die Wirklichkeit. Die alltäglichen Notwendigkeiten, der
Lebensunterhalt zum Beispiel, zwingen uns in ein Korsett, das schwierig zu verlassen ist.
Aber auch unsere Gewohnheiten, das Eingebundensein in Rollen, die Zwänge, zum Beispiel
durch Schulden, erlauben uns nicht alles zu tun, was wir möchten.

Aber durch Überlegen, Nachdenken, Planung und Methoden, die bei Änderungen
unterstützend wirken, können doch viele Dinge realisiert werden.
Gerade die Gewohnheiten sind wie viele kleine, aber sehr feste Fäden, die uns
festzurren und uns in der freien Entfaltung behindern. Im englischen Sprachraum gibt es
das Sprichwort "Every habit is a bad habit", jede Gewohnheit ist ein schlechte
Gewohnheit. Soweit würde ich nicht gehen, denn Routine und Gewohnheiten helfen uns auch
gut zu überleben. Aber man sollte sie immer wieder in Frage stellen. Gelegentlich wird
man sie nur mit drastischen, ja fast radikalen Mitteln los. Eines ist, z.B. aus
allen Klubs, Vereinen etc. auszutreten und in jene, die man wirklich vermißt und von
denen man einen konkreten Nutzen hat, dann später wieder einzutreten.
Was du nicht hast, ist
keine Last.
Wer sich nicht bewegt,
spürt seine Fesseln nicht. |
Zwei grundsätzlich verschiedene Denkrichtungen werden uns helfen, die
richtigen und wichtigen Veränderungen zu finden (WAS) und zu tun (WIE). Für das WAS ist
die Kreativität ausschlaggebend, das Suchen und Finden, die Offenheit gegenüber Neuem,
die Kommunikation. Für das WIE ist die Planung und Pro-Aktivität wichtig, Disziplin bei
der Durchführung, ein Prozeßdenken.
Ich mache einen Schaufensterbummel und entdecke dabei etwas, was wichtig für mich ist
(WAS). Weil ich immer mein Notizbüchlein bei mir habe, vergesse ich auch nicht, am
nächsten Tag im Laden anzurufen und das wichtige Objekt zu erwerben (WIE).
Ich nütze die Informationen meiner Träume, indem ich sofort meinen Traum notiere
(WIE) und mich dann frage, was denn dieser Traum mir sagen will (WAS).
Glücklichen Menschen gelingt es leichter, Wünsche zu realisieren. Sie haben Methoden
entwickelt, aus Wünschen konkrete Vorstellungen zu entwickeln, die sie - meist mit einem
langfristigem Plan und Vorgehen - dann auch umsetzen.