Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenEinstellung

Die Einstellung neuer Mitarbeiter ist eine wichtige Firmenentscheidung. Sind doch die Menschen das wichtigste Kapital einer Firma und falsche Entscheidungen sind später nur noch sehr schwierig zu korrigieren. Denn einmal eingestellt, kann man sich - vor allem in deutschen Großfirmen - kaum noch von MitarbeiterInnen trennen.

Deshalb ist es auch fair, dass man möglichst viel über den Bewerber wissen will. Nicht alle Fragen braucht man korrekt zu beantworten, z.B. ob man schwanger ist oder welche Partei man wählt. Hier hat der Gesetzgeber entsprechende Schutzmaßnahmen vorgeschoben.

Zu den Grundtests, die der Einzustellende zu absolvieren hat gehören: Paßt er/sie in unsere Firma? Und in Großunternehmen: Kann er/sie auch noch in 20 Jahren die Firmenprobleme lösen? Es ist entscheidend, dass Firma und Kandidat zusammenpassen. Obwohl man immer gute Leute einstellen soll, so ist doch das Zusammenpassen wichtiger.

So wird eine drittklassige Firma unglücklich werden, wenn sie versucht nur erstklassige Leute einzustellen. Die neuen Mitarbeiter werden sich nämlich bald frustriert wieder von der Firma abwenden und außer Spesen wird nichts zurückbleiben.

Eigentlich selbstverständlich ist, dass die kritischen Fähigkeiten für einen bestimmten Beruf gegeben sind. So muß ein Pilot gute Augen haben, ein Gerüstarbeiter schwindelfrei sein und ein Programmierer einen Computer zuhause haben.

Trotzdem kommt es auch hier immer wieder zu unangenehmen Überraschungen, vor denen man sich aber durch eine Probezeit schützen kann. Allerdings muß in dieser Probezeit der Proband auch entsprechend gefordert werden, was auch nicht immer der Fall ist.

Immer beliebter, vor allem für interne Management-Auswahl, sind Assessment-Center, in denen KandidatInnen realistische Übungen vor geschulten Beobachtern zu absolvieren haben. Wie in einem Zoo werden dann kritische Verhalten beobachtet, oft auch in Streßsituationen.

Wer darin nicht geübt ist, wird aller Wahrscheinlichkeit in Assessment-Centern versagen. Deshalb auch hier mein Ratschlag, sich darauf in entsprechenden Trainings, die fast an jeder Wirtschaftshochschule angeboten werden, vorzubereiten.

Einstellungen sind sehr aufwendig. Man braucht gute Interviewer in der Firma, die auch verfügbar sind und genügend Zeit haben, die richtige Auswahl aus den oft hunderten Bewerbern zu treffen. Deshalb werden immer häufiger externe Personalbüros - zumindest für die Vorauswahl - beauftragt, auch niedere Positionen zu besetzen. Diese Vermittlungsdienste sind allerdings nicht ganz billig.

Deshalb sind auch von Firmenseite her gesehen Soft-Entries, sanfte Einstiege, sehr wünschenswert. Wer während einer Diplomarbeit in einer Firma sich die Mühe macht, den Kandidaten genau zu prüfen, wird selten eine totale Fehlentscheidung treffen.

 

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