Einstellung
Die Einstellung neuer Mitarbeiter ist eine wichtige Firmenentscheidung. Sind doch die
Menschen das wichtigste Kapital einer Firma und falsche Entscheidungen sind später nur
noch sehr schwierig zu korrigieren. Denn einmal eingestellt, kann man sich - vor allem in
deutschen Großfirmen - kaum noch von MitarbeiterInnen trennen.
Deshalb ist es auch fair, dass man möglichst viel über den Bewerber wissen will.
Nicht alle Fragen braucht man korrekt zu beantworten, z.B. ob man schwanger ist oder
welche Partei man wählt. Hier hat der Gesetzgeber entsprechende Schutzmaßnahmen
vorgeschoben.
Zu den Grundtests, die der Einzustellende zu absolvieren hat gehören: Paßt er/sie in
unsere Firma? Und in Großunternehmen: Kann er/sie auch noch in 20 Jahren die
Firmenprobleme lösen? Es ist entscheidend, dass Firma und Kandidat zusammenpassen. Obwohl
man immer gute Leute einstellen soll, so ist doch das Zusammenpassen wichtiger.
So wird eine drittklassige Firma unglücklich werden, wenn sie versucht nur
erstklassige Leute einzustellen. Die neuen Mitarbeiter werden sich nämlich bald
frustriert wieder von der Firma abwenden und außer Spesen wird nichts zurückbleiben.
Eigentlich selbstverständlich ist, dass die kritischen Fähigkeiten für einen
bestimmten Beruf gegeben sind. So muß ein Pilot gute Augen haben, ein Gerüstarbeiter
schwindelfrei sein und ein Programmierer einen Computer zuhause haben.
Trotzdem kommt es auch hier immer wieder zu unangenehmen Überraschungen, vor denen man
sich aber durch eine Probezeit schützen kann. Allerdings muß in dieser Probezeit der
Proband auch entsprechend gefordert werden, was auch nicht immer der Fall ist.
Immer beliebter, vor allem für interne Management-Auswahl, sind Assessment-Center, in
denen KandidatInnen realistische Übungen vor geschulten Beobachtern zu absolvieren haben.
Wie in einem Zoo werden dann kritische Verhalten beobachtet, oft auch in
Streßsituationen.
Wer darin nicht geübt ist, wird aller Wahrscheinlichkeit in Assessment-Centern
versagen. Deshalb auch hier mein Ratschlag, sich darauf in entsprechenden Trainings, die
fast an jeder Wirtschaftshochschule angeboten werden, vorzubereiten.
Einstellungen sind sehr aufwendig. Man braucht gute Interviewer in der Firma, die auch
verfügbar sind und genügend Zeit haben, die richtige Auswahl aus den oft hunderten
Bewerbern zu treffen. Deshalb werden immer häufiger externe Personalbüros - zumindest
für die Vorauswahl - beauftragt, auch niedere Positionen zu besetzen. Diese
Vermittlungsdienste sind allerdings nicht ganz billig.
Deshalb sind auch von Firmenseite her gesehen Soft-Entries, sanfte Einstiege, sehr
wünschenswert. Wer während einer Diplomarbeit in einer Firma sich die Mühe macht, den
Kandidaten genau zu prüfen, wird selten eine totale Fehlentscheidung treffen.