Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenEffektive Nachrichten

Nicht jedes Medium und jede Form eignet sich für jede Kommunikation. Nicht jeder Zeitpunkt oder jeder Ort. Wir erwarten einfach, dass die äußeren Aspekte einer Nachricht, wie z.B. Inhalt, Form und Art der Übermittlung zusammenpassen, soll sie den gewünschten Effekt haben. So wird eine Traueransprache an einem Grab anders sein als eine Ankündigung auf einer Party. Oder ein Plakat eine andere Wirkung haben als ein persönlicher, handgeschriebener Brief.

Der amerikanische Anthropologe Edward T. Hall hat viele dieser äußeren Aspekte untersucht und ist zu sehr wichtigen Ergebnissen gekommen. Er fand heraus, dass vor allem das Tempo einer Nachricht entscheidend ist, ob sie eine nachhaltige Wirkung auf uns ausüben wird. Alles was schnell vermittelt wird, ist schnell wieder vergessen. Wichtige und lang wirkende Effekte müssen langsam und konsequent vermittelt werden.

Im persönlichen Bereich ist das Vorbild so eine langsame Nachricht. Es wird mehr erreichen, als lange Erklärungen, wenn es akzeptiert ist.

Sind die Signale verwirrend, das heißt die Nachrichten sind entweder widersprüchlich oder unverständlich, dann ist die normale menschliche Reaktion das Nichtstun, das Abwarten.

Besonders im politischen Bereich können verwirrende Signale bis zur Lähmung oder auch zum totalen Desinteresse führen.

Sogenannte schnelle Nachrichten, wie ein Zuruf, das Plakat, der Werbespot, ein Gag werden nur eine kurzfristige Reaktion auslösen. Will man Menschen wirklich erziehen oder formen, dann sind die langsamen Kommunikationsformen wie ein Vorbild, ein persönlicher Eindruck notwendig. Dabei wird oft das wichtigste Wissen durch Tabus dargestellt.

Firmen fassen solche langsamen Nachrichten in ihrer Corporate Identity zusammen. Dazu gehören neben dem Logo auch die Art und Qualität der Gebäude- und Büroausstattung, die Art wie sich Mitarbeiter kleiden oder wie man sich in der Öffentlichkeit darstellen will.

Ein weiteres Ergebnis der Hall'schen Forschung ist die starke Abhängigkeit der äußeren Formen von den verschiedenen Kulturen. Je nach Geographie oder Kulturkreis wird man sehr große Unterschiede feststellen können. Nicht umsonst heißt es: andere Länder, andere Sitten.

Deshalb sind Mitarbeiter, die auf Abordnung in andere Länder kommen, gut beraten sich genau nach den Kommunikationsformen des jeweiligen Landes zu erkundigen und sich bei kritischen Besprechungen beraten zu lassen.

 

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