Effektive Nachrichten
Nicht jedes Medium und jede Form eignet sich für jede Kommunikation. Nicht jeder
Zeitpunkt oder jeder Ort. Wir erwarten einfach, dass die äußeren Aspekte einer
Nachricht, wie z.B. Inhalt, Form und Art der Übermittlung zusammenpassen, soll sie den
gewünschten Effekt haben. So wird eine Traueransprache an einem Grab anders sein als eine
Ankündigung auf einer Party. Oder ein Plakat eine andere Wirkung haben als ein
persönlicher, handgeschriebener Brief.
Der amerikanische Anthropologe Edward T. Hall hat viele dieser äußeren Aspekte
untersucht und ist zu sehr wichtigen Ergebnissen gekommen. Er fand heraus, dass vor allem
das Tempo einer Nachricht entscheidend ist, ob sie eine nachhaltige Wirkung auf uns
ausüben wird. Alles was schnell vermittelt wird, ist schnell wieder vergessen. Wichtige
und lang wirkende Effekte müssen langsam und konsequent vermittelt werden.
Im persönlichen Bereich ist das Vorbild so eine langsame Nachricht. Es wird mehr
erreichen, als lange Erklärungen, wenn es akzeptiert ist.
Sind die Signale verwirrend, das heißt die Nachrichten sind entweder widersprüchlich
oder unverständlich, dann ist die normale menschliche Reaktion das Nichtstun, das
Abwarten.
Besonders im politischen Bereich können verwirrende Signale bis zur Lähmung oder auch
zum totalen Desinteresse führen.
Sogenannte schnelle Nachrichten, wie ein Zuruf, das Plakat, der Werbespot, ein Gag
werden nur eine kurzfristige Reaktion auslösen. Will man Menschen wirklich erziehen oder
formen, dann sind die langsamen Kommunikationsformen wie ein Vorbild, ein persönlicher
Eindruck notwendig. Dabei wird oft das wichtigste Wissen durch Tabus dargestellt.
Firmen fassen solche langsamen Nachrichten in ihrer Corporate Identity zusammen. Dazu
gehören neben dem Logo auch die Art und Qualität der Gebäude- und Büroausstattung, die
Art wie sich Mitarbeiter kleiden oder wie man sich in der Öffentlichkeit darstellen will.
Ein weiteres Ergebnis der Hall'schen Forschung ist die starke Abhängigkeit der
äußeren Formen von den verschiedenen Kulturen. Je nach Geographie oder Kulturkreis wird
man sehr große Unterschiede feststellen können. Nicht umsonst heißt es: andere Länder,
andere Sitten.
Deshalb sind Mitarbeiter, die auf Abordnung in andere Länder kommen, gut beraten sich
genau nach den Kommunikationsformen des jeweiligen Landes zu erkundigen und sich bei
kritischen Besprechungen beraten zu lassen.