Effektive Kommunikation
Zu den wichtigsten und auch effektivsten Kommunikationsformen gehört das persönliche
Gespräch. Wenn man sich dabei gegenüber sitzt und in die Augen schauen kann. Erfahrene
Menschen nehmen bei kritischen Verhandlungen oft lange Reisezeiten in Kauf, nur um ein
persönliches Gespräch führen zu können.
Dient das Gespräch einer Verhandlung, dann ist es unerläßlich, es mit einem
Protokoll abzuschließen. Dies muß nichts Formelles sein, es genügt in wenigen Sätzen
aufzuschreiben, worüber man sich denn geeinigt hat. Ansonsten kann es zu bösen
Überraschungen kommen. Man glaubt, man sei einer Meinung gewesen, aber hat doch nur
aneinander vorbeigeredet. Natürlich behält jeder der Teilnehmer des Gesprächs eine
identische Kopie des Protokolls.
Gute Gespräche laufen meist in einer freundlichen Atmosphäre ab. Trotzdem sind sie
ehrlich und deutlich. Für viele meiner deutschen Landsleute scheint dies ein Widerspruch
zu sein. Entweder ehrlich oder freundlich, höre ich oft. Ich bin überzeugt, dass man
beide Aspekte unter einen Hut bringen kann, auch wenn es dazu etwas Disziplin, Geschick
und Erfahrung bedarf. Je selbstsicherer Menschen sind, um so eher wird ihnen dies
gelingen.
Im Gespräch gut zuzuhören heißt vor allem, sich darum zu bemühen, dass ich meinen
Partner genau verstehe. Herauszukriegen, was er wirklich meint, was ihm wichtig ist oder
warum er etwas tut. Vor allem wenn er Vorschläge macht, zu erkennen, warum sein Vorschlag
auch gut sein könnte. Wir sind - erzogen durch eine Streitkultur - oft viel zu sehr mit
unseren eigenen Gedanken beschäftigt, als dass wir unserem Gegenüber wirklich zuhören
können.
Im mangelnden Zuhören liegt ein Riesenproblem. Viele kennen schon die Antwort, oder
glauben sie zu kennen und werten sie gleich ab. Andere Kulturkreise sind hier besser dran.
Sie fragen wirklich solange nach, bis sie den Gegenvorschlag total verstanden haben. Um
dann eventuell dessen Vorteile mit den Vorteilen des eigenen Vorschlags zu kombinieren.
Darin liegt ein ungemein großer Nutzen, der bei den Besserwissern nie zum Tragen kommt.
Es gibt einen einfachen Trick, um besser zuhören zu lernen. Man wartet drei Sekunden
lang ab, ob das Gegenüber auch wirklich ausgesprochen hat. Damit geht man sicher, dass
man zumindest nicht unterbricht.
Hauptfehler aller Kommunikation ist, dass man glaubt, sie hätte auch geklappt. Deshalb
ist es sehr vernünftig, sich immer wieder zu versichern, dass die Nachricht auch
angekommen ist. Man kann sich dabei nicht allein auf das Nicken oder Ja-Sagen verlassen.
Oft - z.B. bei asiatischen Kulturen - bedeutet dies nur, dass man zuhören will, aber noch
lange nicht, dass man auch den Inhalt verstanden hat oder gar akzeptiert hat.
Der einfachste Test besteht darin, sich das Gesagte wiederholen zu lassen. Besser ist
es, sich das Gesagte in den Worten des Partners zusammenfassen zu lassen.
Oft wird einfach zuviel Information vermittelt, die gar nicht aufgesogen werden kann.
Der Empfänger schaltet nach einiger Zeit wegen Anstrengung ab. Deshalb ist es
vernünftig, immer nur einen Problemkreis auf einmal zu behandeln. Dann eine kurze Pause
einzulegen und erst dann wieder weiterzumachen.