Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenEffektive Kommunikation

Zu den wichtigsten und auch effektivsten Kommunikationsformen gehört das persönliche Gespräch. Wenn man sich dabei gegenüber sitzt und in die Augen schauen kann. Erfahrene Menschen nehmen bei kritischen Verhandlungen oft lange Reisezeiten in Kauf, nur um ein persönliches Gespräch führen zu können.

Dient das Gespräch einer Verhandlung, dann ist es unerläßlich, es mit einem Protokoll abzuschließen. Dies muß nichts Formelles sein, es genügt in wenigen Sätzen aufzuschreiben, worüber man sich denn geeinigt hat. Ansonsten kann es zu bösen Überraschungen kommen. Man glaubt, man sei einer Meinung gewesen, aber hat doch nur aneinander vorbeigeredet. Natürlich behält jeder der Teilnehmer des Gesprächs eine identische Kopie des Protokolls.

Gute Gespräche laufen meist in einer freundlichen Atmosphäre ab. Trotzdem sind sie ehrlich und deutlich. Für viele meiner deutschen Landsleute scheint dies ein Widerspruch zu sein. Entweder ehrlich oder freundlich, höre ich oft. Ich bin überzeugt, dass man beide Aspekte unter einen Hut bringen kann, auch wenn es dazu etwas Disziplin, Geschick und Erfahrung bedarf. Je selbstsicherer Menschen sind, um so eher wird ihnen dies gelingen.

Im Gespräch gut zuzuhören heißt vor allem, sich darum zu bemühen, dass ich meinen Partner genau verstehe. Herauszukriegen, was er wirklich meint, was ihm wichtig ist oder warum er etwas tut. Vor allem wenn er Vorschläge macht, zu erkennen, warum sein Vorschlag auch gut sein könnte. Wir sind - erzogen durch eine Streitkultur - oft viel zu sehr mit unseren eigenen Gedanken beschäftigt, als dass wir unserem Gegenüber wirklich zuhören können.

Im mangelnden Zuhören liegt ein Riesenproblem. Viele kennen schon die Antwort, oder glauben sie zu kennen und werten sie gleich ab. Andere Kulturkreise sind hier besser dran. Sie fragen wirklich solange nach, bis sie den Gegenvorschlag total verstanden haben. Um dann eventuell dessen Vorteile mit den Vorteilen des eigenen Vorschlags zu kombinieren. Darin liegt ein ungemein großer Nutzen, der bei den Besserwissern nie zum Tragen kommt.

Es gibt einen einfachen Trick, um besser zuhören zu lernen. Man wartet drei Sekunden lang ab, ob das Gegenüber auch wirklich ausgesprochen hat. Damit geht man sicher, dass man zumindest nicht unterbricht.

Hauptfehler aller Kommunikation ist, dass man glaubt, sie hätte auch geklappt. Deshalb ist es sehr vernünftig, sich immer wieder zu versichern, dass die Nachricht auch angekommen ist. Man kann sich dabei nicht allein auf das Nicken oder Ja-Sagen verlassen. Oft - z.B. bei asiatischen Kulturen - bedeutet dies nur, dass man zuhören will, aber noch lange nicht, dass man auch den Inhalt verstanden hat oder gar akzeptiert hat.

Der einfachste Test besteht darin, sich das Gesagte wiederholen zu lassen. Besser ist es, sich das Gesagte in den Worten des Partners zusammenfassen zu lassen.

Oft wird einfach zuviel Information vermittelt, die gar nicht aufgesogen werden kann. Der Empfänger schaltet nach einiger Zeit wegen Anstrengung ab. Deshalb ist es vernünftig, immer nur einen Problemkreis auf einmal zu behandeln. Dann eine kurze Pause einzulegen und erst dann wieder weiterzumachen.

 

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