Das Praxilogie Buch von Dr. Otto Buchegger TübingenKampf dem Chaos

Wenn man wirklich will, kann man das eigene Chaos gut bekämpfen. Aber man darf dabei nicht zu radikal vorgehen, sonst schiebt man alles nur hinaus. Auch hier gilt die Regel: Mit kleinen Schritten, aber sofort anfangen.

Am wichtigsten ist die Einsicht, dass WENIGER MEHR IST. Man muß lernen, den Kampf gegen das ZUVIEL zu führen. Zum Beispiel muß man nicht alles besitzen, vieles kann man ausborgen, wenn man es braucht. Denn was du nicht hast, wird keine Last. Oder man sagt auch einmal NEIN, wenn man sich dadurch vor einem Zuwachs an Chaos schützen kann. Man kämpft nicht für Unnötiges und vergeudet keine Kraft für Nebensächlichkeiten.

Als unterstützend im Kampf gegen das ZUVIEL haben sich Schredder (Aktenvernichter) erwiesen. Mit ihnen kann man sofort und unumkehrbar auch vertrauliche Informationen weggeben. Und mit ihnen verhindert man auch das Wiederlesen, das oft dazu führt, dass man sich dann doch nicht von Unbrauchbarem trennt. Und inzwischen sind sie so billig, dass sich ihr Kauf auch für den Privathaushalt lohnt.

Es ist sehr unökonomisch, sich Romane zu kaufen. Klassiker borgt man aus der Bibliothek aus, Neuerscheinungen von Freunden, die gerne ihr Lieblingslektüre weitergeben, wenn sie sie gelesen und für gut befunden haben. Kaufen sollte man sich nur Bücher, die man regelmäßig nützt, wie Lexika und Atlanten.

Vor allem alles, was nicht mehr richtig funktioniert, was man schon lange nicht mehr gebraucht hat, sollte man weggeben. Wer alle Sperrmüll und Kleidersammlungs -Termine nützt, seinen Besitz durchzusehen, wird wenig Probleme mit dem Chaos haben.

Man kann natürlich auch einige Male hintereinander umziehen, auch das wird helfen, den Besitz auf der notwendigen Größe zu halten. Soviel wie nötig, sowenig wie möglich, dies gilt auch hier.

Eine häufige Chaosquelle ist übertriebene Vorratshaltung. Dabei genügt es auch bei wichtigen Produkten, z.B. Lebensmitteln, immer nur ein Ersatzprodukt auf Vorrat zu halten und erst wenn dieses angebrochen wird, nachzukaufen.

Wenn Du etwas nachkaufen willst, schreibe es sofort auf.

Sammlungen sind besonders gefährlich. Hier lohnt es sich gelegentlich, nach dem Wert einer Sammlung sich zu erkundigen. Vielleicht stellt man dann fest, dass es billiger wäre, die Sammlung zu verschenken, als permanent den Platz dafür zur Verfügung zu stellen.

Geschenke vermehren oft das Chaos.
Schenkt Geld, das braucht keinen Platz!

Platzprobleme helfen, den Besitz klein und übersichtlich zu halten. Hier gilt dann bald die Regel: Für jedes Gerät, das gekauft wird, muß ein altes aus der Wohnung verschwinden! Ich erinnere mich mit Schrecken an einige Umzüge, bei denen ich mitgeholfen habe. Menschen, die ein großes Haus hatten und nicht regelmäßig gezwungen waren auszumisten, haben soviel angesammelt, dass sie schier im Chaos erstickt sind.

Wenn Du etwas reparieren musst, tue es innerhalb einer Woche.

Wer regelmäßig Putz-, Entleer-, Aufräum- und Fastenphasen in sein Leben einplant, wird viel weniger Belastung haben und dadurch mehr Freiheit gewinnen.

Throw everyday something away!

Wenn man es richtig macht, dann ist ebay ein guter Weg sich von Überflüssigem zu trennen. Wer sich damit auskennt, kann es auch für temporären Besitz einsetzen. Braucht man etwas nur für einige Zeit, dann kauft man es bei ebay und verkauft es gleich wieder, nachdem es seine Dienste geleistet hat.

 

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Das Praxilogie Buch (2009)

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